KoringWolfgang

Die HSG-Handballer nützen die Wettkampfpause

In den Amateurligen namhafter Sportarten haben die Lockdowns sichtbare Spuren hinterlassen. Da weiß jeder Kassier ein Lied davon zu singen. Einige Vereine haben „die Ruhezeit der sportlichen Aktivitäten“ genutzt, um organisatorische und inhaltliche Rückstände aufzuarbeiten. Stellvertretend für viele betroffene Sportarten haben wir uns mit Wolfgang Koring, dem Vorsitzenden der HSG Schönbuch, unterhalten und dabei einige Fragen beantworten lassen.

PPM Die Entscheidung, die Saison 2020/21 abzuschließen, ist von Seiten des Handball-Verbandes Württemberg gefallen. Sind Sie froh darüber oder eher enttäuscht? Wie kann die HSG die Zeit bis Saisonstart 2021/22 nutzen?

 

Koring: Natürlich waren wir zunächst alle enttäuscht darüber, denn wir wollen gerne Handball spielen, das ist unsere Leidenschaft und die Teams waren vor dem Lockdown auch richtig gut drauf. 

Es ist dennoch die richtige Entscheidung in Anbetracht der Corona-Mutationen und der Ungewissheit, ob und wann es überhaupt weitergehen könnte. Es gibt uns einfach auch mehr Planungssicherheit bezüglich des Spielbetriebs. Diese Zeit nutzen wir jetzt, um uns für die nähere Zukunft vorzubereiten. So haben wir zum Beispiel unsere Homepage mithilfe eines motivierten Teams aus HSG-Spielern verjüngt und moderner gestaltet. Es lohnt sich, da mal reinzuschauen.

Ein Team voller Begeisterung und Zusammenhalt

Aber es gibt auch sonst viel zu tun. Wir haben uns vorgenommen, ab Mai jeden Monat eine Aktivität zu starten, damit wir nach Corona wieder zusammenfinden. Wir optimieren weiterhin unsere Prozesse und gewinnen neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter, da wir unbedingt die Anzahl unserer Ehrenamtlichen erhöhen wollen, damit für jeden das zu tragende „Päckchen“ kleiner wird. Und natürlich laufen jetzt die Vorbereitungen auf die neue Spiesaison, so sind wir zum Beispiel im Jugendbereich dabei, die Mannschaften zusammenzustellen und passende Jugendtrainer*innen zu finden. Wir gehen davon aus, dass wir spätestens im Juni eine Qualifikationsrunde spielen werden. Wie man sieht, es ist auch während der Pandemie viel zu tun, damit wir bereit sind, sobald es wieder losgeht.

PPM Wann wurden Sie ins Amt des Vorsitzenden der HSG berufen und was konnten Sie bisher in den Gremien anstoßen oder in der Praxis schon umsetzen? Da gibt es sicher einiges zu tun, denn über viele Jahre war der „Chefposten“ der HSG vakant.

Koring: Ins Amt kam ich Mitte September 2020 und da ich fast 17 Jahre nicht in der HSG tätig war, musste ich einige Zeit damit verbringen, die Sachverhalte und Zusammenhänge zu verstehen, wobei mich das Team hierbei sehr gut unterstützt hat. Ich möchte hier auch zunächst einmal meinen großen Respekt für die Agierenden aussprechen, denn sie stellten sicher, dass die HSG weiterging, speziell auch während der Pandemie mit all ihren Herausforderungen.

HSG LOGO blauEs wurden und werden in der HSG bereits viele Dinge im Hintergrund gemacht. Und jeder, der mithilft, bringt sich mit seinen Ideen und seiner Tatkraft ein. Meine Aufgabe besteht darin, all die Puzzleteile zusammenzubringen und in einer Strategie zu formulieren, mit klaren Zielen und Verantwortlichkeiten. So haben wir zum Beispiel gemeinsam eine Jahresplanung für 2021 auf den Weg gebracht oder mit der Jugendleitung das Jugendkonzept überarbeitet.

Wie ich bereits anfangs sagte, müssen wir das Team erweitern, um all unsere Ziele und Aktivitäten umsetzen zu können. Daher rede ich mit sehr vielen Leuten, um einerseits mehr Informationen zu erhalten und andererseits den einen oder anderen Mitstreiter bzw. Mitstreiterin für die große Anzahl an Projekten zu gewinnen.

Dies wird ein Schlüssel zum Erfolg sein.

PPM Einige Vereine klagen über Kündigungen von Mitgliedschaften, auch bei Kindern und Jugendlichen. Corona-Viren scheinen uns doch noch einige Zeit zu beschäftigen, auch weil die Impfungen nur langsam vonstattengehen. Was empfehlen Sie den Eltern von Jugendlichen, die unter den Pandemiebedingungen die Zahlung von Mitgliedsbeiträgen zumindest in Frage stellen.

Koring: Auch bei den Handballern gab es einige wenige Austritte. Ich nehme es niemandem übel, der in dieser Situation seine Ausgaben hinterfragt und die sich daraus ergebenden Konsequenzen zieht. Ich hoffe aber auf die Loyalität unserer Vereinsmitglieder, denn der Verein sind wir alle! Und nur wenn wir zusammenhalten, werden wir gut durch diese Pandemie kommen und wieder unserer Leidenschaft nachgehen können oder als Eltern uns weiterhin am Handballspiel unserer Kinder und Jugendlichen erfreuen.


jung brecht 250 werbeiq 250 sp logo 250 boese fotografie 250