KSV Kindergruppe

 

Diana Blum leitet ein hoch motiviertes Team und stellt sich den Fragen des PPMagazin

KSV NeuesJugendringer LogoRingen befindet sich in Holzgerlingen derzeit in der „Bodenlage“, verwendet man einen Begriff aus dem Ringkampfgeschehen. Vielfach unbemerkt für die Öffentlichkeit tut sich aber etwas in der einstigen Ringerhochburg. Ausgerechnet eine Frau bringt Leben in die Bude, gemeint ist damit ein in KSV-Eigenregie von Grund auf sanierter Trainingsraum in der Schönbuch-Sporthalle. Das PPMagazin sprach mit der 45-jährigen Diplom-Verwaltungswirtin aus Weil im Schönbuch.

 

PPM: Woher nimmst Du den Mut erstens als Frau und zweitens als Ringer-Laie eine solche Aufgabe in der Ringerabteilung zu übernehmen oder was motiviert Dich in Deiner Freizeit in eine Sportart einzusteigen, die nach der Auflösung der Aktiven-Mannschaft im letzten Jahr sich eher in der „Bodenlage“ befindet und nicht mehr eines der sportlichen Aushängeschilder auf der Schönbuchlichtung darstellt?

Das Gespräch führte Manfred Wanner

 

KSV DianaBlumDiana Blum (Foto mwa): Das ist für mich keine Frage des Mutes oder des Geschlechtes, sondern die Einsicht in die Notwendigkeit. Ich arbeite seit vielen Jahren im Jugendamt und sehe in meiner täglichen Arbeit, was passiert, wenn sich nicht um die Jugend gekümmert wird. Nun hat sich mit der Jugendleitung im KSV die Möglichkeit ergeben, aktiv mitzugestalten und dieser Aufgabe stelle ich mich. Wenn sich aber wirklich dauerhaft etwas bewegen soll, geht das nicht mit halbem Herzen.

Es stimmt, dass ich mit Ringen bisher nicht viel zu tun hatte. Dieser tolle Sport ist hat mich einfach ein paar Jahre zu spät erreicht. Er fördert und fordert Geist und Körper, Kraft, Koordination und Ausdauer, soziale Kompetenz. Er integriert und formt Persönlichkeiten. Meine Söhne waren schon bei den Ringerschlümpfen und einer davon ringt nun in der Jugend. Damit ein Sohn den Sport weiterbetreiben kann und auch eine Perspektive hat, habe ich entschieden, mich auch in meiner Freizeit dort einzubringen.

Mittlerweile konnte an so vielen Stellen eine Bewegung angestoßen werden, dass es mir große Freude bringt, die Entwicklung zu sehen und weiter voran zu treiben. Ich bin ja jetzt erst seit einem Jahr etwa Jugendleiterin und habe noch viel vor.

Beispiele:

Waren es vor 18 Monaten gerademal zehn Kinder, die regelmäßig zum Training kamen, sind es nun um die 20 Kinder und Jugendliche. Kinder, die nicht nur aus Holzgerlingen und Umgebung kommen, sondern auch aus den Landkreisen Reutlingen und Calw. All diese Kinder sind die Zukunft des Vereins.

KSV Rangeln und RaufenVor einem Jahr habe ich ein Projekt „Rangeln und Raufen“ ins Leben gerufen. Hierbei gehen unsere Trainer und Übungsleiter direkt in die Kindergärten und Schulen und zeigen mit praktischen Übungen, dass Kämpfen nichts mit Gewalt zu tun hat, wenn sich an Regeln gehalten wird. Dieses Projekt ist so erfolgreich, dass sowohl Schulen in Weil und Schönaich als auch mehrere Kindergärten in Holzgerlingen teilnehmen und –nahmen. Bisher konnten wir zirka 200 Kinder mit der Projektarbeit erreichen.

Weitere Kooperationen sind im Aufbau. Hat bisher der Verein alles aus eigener Tasche getragen, werden wir nun von der Stiftung L(i)ebenswert der PSB Bank in nicht unerheblichem Umfang gefördert und bauen das Angebot weiter aus. Zu dem Thema gerne noch mehr und umfangreicher in weiteren Veröffentlichungen.

 

KSV KindertrainingZurück zum Ringen: Unser Ziel ist es, mittel- und langfristig gesehen das Ringen in Holzgerlingen und Umgebung wieder stabil zu etablieren. Das ist aber eine Aufgabe, die keine schnellen Lösungen kennt und nur im Team funktionieren kann. Die Unterstützung des Vereins ist da und der Weg ist zwar steinig aber nicht unmöglich.

PPM: Wie lange könnte es dauern, bis mit in Holzgerlingen ausgebildeten Ringern wieder eine wettbewerbsfähige Mannschaft an den Start gehen kann?

 

Diana Blum: Unsere derzeitigen Jugendringer sind zwischen 6 und 14 Jahren jung. Es sind einige vielversprechende Talente dabei. Für eine schlagkräftige Mannschaft braucht man mindestens zehn Ringer in der richtigen Gewichtsklasse. Realistisch gesehen wird es also mindestens fünf Jahre dafür brauchen. Und in dieser Zeit bedarf es kontinuierlichen Trainings und regelmäßiger Anstrengungen, um die Ringer dahin zu bringen, dass sie im Wettkampf bestehen können.

PPM: Die Räumlichkeiten für den Trainingsbetrieb sind gegeben. Wie sieht es mit der Anzahl von qualifizierten Ausbildern und Betreuern aus?

KSV SchlümpfetrainingDiana Blum: Trainer kann man nie genug haben. Wir haben sehr gute und engagierte Trainer. Leider sind einige davon im beruflichen Schichtdienst tätig, so dass es auch mal Engpässe geben kann. Wir sind immer auf der Suche nach weiteren Trainern um die Qualität der Ausbildung sicherzustellen. Eines unserer Nachwuchstalente unterstützt das Training und übt damit auch eine Vorbildwirkung aus. Gerade, weil so viele Kinder im Training sind, sollten mindestens immer zwei Ausbilder vor Ort sein.

 

 

PPM: Die „aktiven Vorbilder“ im Verein fehlen derzeit, ebenso die Atmosphäre bei Mannschaftskämpfen. Denkt man daran, die Begeisterung des Nachwuchses für die Sportdisziplin auch mit Besuchen bei anderen Vereinen aufrechtzuerhalten? Turnierbesuche über ganze Tage sind ja eher langweilig anzusehen und kann man eher als Treffen von Ringkampfsport begeisterten Familien bezeichnen.

Diana Blum: Im Moment ist unser Jugendteam im Aufbau begriffen. Weiterer Ansatz: Der Besuch bei anderen Vereinen ist eine von vielen Möglichkeiten, die wir nutzen wollen bzw. nutzen werden. Ich setze ganz viel auf Elternarbeit und Kommunikation. Wir machen regelmäßig Elterntraining oder auch Veranstaltungen mit den Kindern. Am 20. Juli fand auf dem Bädle-Gelände der KfV Kalteneck eine Beach-Wrestling-Party statt. Inklusiv Rahmenprogramm ein Erfolg für die jungen Ringer und Eltern. Nur bei der Öffentlichkeitsarbeit hatten wir Defizite.

 


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