Hallenfussball

 

Diverse Gedanken nach den Hallen-Highlights

Auch wenn die Spvgg Böblingen ihr traditionelles Turnier am Murkenbach zum Jahreswechsel ebenso absagen musste wie die Spvgg Weil im Schönbuch ihre Weiler Ortsmeisterschaften und sogar die Hallenfußball-Gala im Sindelfinger Glaspalast abgespeckt hat, kann man diese Frage nicht pauschal mit einem Ja oder Nein beantworten.

Von unserem Mitarbeiter Christian Schunke

MartinOßwaldEiner, der für Budenzauber stand wie kaum ein anderer in unserer Region ist der aktuelle Trainer der Spvgg Holzgerlingen, Martin Oßwald (Bild). Neben ihm muss noch der Darmsheimer Tobias Lindner erwähnt werden, der immer noch durch die Hallen tingelt und mit seiner Spielweise die Fans verzückt. Doch Martin Oßwalds blickt eher mit gemischten Gefühlen auf die Situation, wenn es um Hallenfußball geht und beantwortet die Frage eher verhalten. „Ich denke schon, dass es immer weniger Hallenfußball geben wird“, und lieferte seine Begründung gleich hinterher. „Zu meiner Zeit waren alle geil darauf in der Halle zu spielen. Heute haben die Spieler andere Interessen. Zum Beispiel nutzen die Feldpause um in Skiurlaub zu fahren."

Und Oßwald selber war bei der Gala nicht vor Ort und das aus verständlichen Gründen, denn ein privater Termin stand an.

 

MalteFür ihn coachte sein spielender Co-Trainer Malte Bonertz (Bild) an der Bande und auch er blies ins gleiche Horn „angefangen von anderen Interessen und einfach mal abschalten wollen“. Allerdings nennt er einen weiteren, beileibe keinen unwichtigen Grund für die Entwicklung: Die unnötigen Härten auf der Platte sowie die ständigen Reibereien. „Manchmal denke ich, einige Spieler meinen es geht hier um die Fußball-Weltmeisterschaft.“ Und prompt folgte in der Partie SGM-TT Göppingen gegen den GSV Maichingen II die Bestätigung. Sekunden vor der Schlusssirene gab es zwei rote Karten nach einer Rangelei wegen einer Nichtigkeit. Die Folge, die beiden Streithähne dürfen eine Sperre erwarten, die auch für die Punkterunde zählt. Klatsch!

„Die Gala“ – das Aushängeschild der Hallenturniere

Roland Eitel, seit 1991 für die Pressearbeit rund um den Mercedes Benz Junior-Cup zuständig ordnet dieses Thema unter der Rubrik „ganz schwierig“ ein „da gibt es keine einfache Antwort.“ Warum? „Jedes Turnier hat seinen eigenen Charakter und natürlich seine ganz eigenen Möglichkeiten zu reagieren oder zu gestalten.“ Verständlich, wenn man den Junior-Cup als Maßstab nimmt, der auch bei seiner 29. Auflage als Erfolg gewertet werden darf und wo man durchaus ansehnlichen Fußball unter dem Dach bewundern konnte.

FußballGalaLOGOEs waren schon rund 200 Mannschaften die Gerd Klauß vom Mitveranstalter GSV Maichingen durch die Hallenfußball-Gala schleusen durfte. In diesem Jahr waren es am Ende „nur“ noch 129 und der Maichinger Abteilungsleiter sieht das Thema pragmatisch und nennt den Kunstrasen als Beispiel, „den müssen wir legen und am Ende bleiben die Kosten konstant, egal wie viele Mannschaften teilnehmen.“ Und was die sinkenden Teilnehmerzahlen angeht: „Hallenfußball ist für die Spieler nicht mehr so attraktiv. Sie sind froh, wenn sie mal ein paar Tage Pause haben. Genießen ihre Ruhe und wollen in den Winter-Urlaub.“ Und zeigt durchaus Mitgefühl für die Böblinger und seinem Kollegen Dieter Schneider, „für ihn und die Spvgg tut es mir sehr leid, dass dieses Turnier abgesagt werden musste. Und dies nach 45 Jahren, das ist doch schon brutal.“ Wobei der GSV Maichingen und der VfL Sindelfingen natürlich vom Mercedes Benz Junior-Cup profitieren, denn beide sind miteinander vernetzt und verkabelt. Eine „Win-Win“ Situation par Excellence.


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