Schunke Bonertz

 

Der Glaspalast: früher Treffpunkt vieler Fußball-Größen

Als der Mercedes-Benz-Junior-Cup 1990 im Sindelfinger Glaspalast seine Prämiere feierte, konnte niemand ahnen, dass daraus eine Erfolgsstory wird. So gab es dieser Tage die 29. Auflage. Damit ist dieses Turnier für Nachwuchsmannschaften aus aller Welt rund um „Heilige drei Könige“ zur festen Größe geworden. Einer der vielen Teilnehmer ist der Holzgerlinger Malte Bonertz, der im Glaspapalast seinen Kindheitstraum als Torwart des Rekordsiegers VfB Stuttgart gleich zweimal (2003 und 2004) leben durfte. Das hochkarätig besetzte Turnier reihte ihn ein in die Liste mit späteren Bundesliga-Größen wie Mario Gomez oder Christian Gentner. Christian Schunke, der PPM-Sportredakteur, traf Malte Bonnertz am Rande des Geschehens.

PPMagazin: Malte, ich hatte ein Jahr nach der Weltmeisterschaft in Brasilien die Möglichkeit mich mit dem damaligen Schalker Benni Höwedes in Hamburg zu unterhalten und war ehrlich gesagt erstaunt darüber wie ein gestandener Nationalspieler und Weltmeister bei der Erinnerung an den Junior-Cup fast schon ins Schwärmen geriet. Wie sind Deine Erinnerungen an dieses Turnier?

Bonertz: Als kleiner Steppke war ich im Glaspalast als Zuschauer vor Ort und das war für mich damals schon ein tolles Erlebnis. Noch schöner war es später dort mitzuspielen. Ein tolles Turnier.

PPMagazin: Was ist daran eigentlich so toll dass sich fast alle die man später befragt gerne daran zurück erinnern?

Bonertz: Der Kunstrasen, die Rundumbande und die Atmosphäre sind schon etwas Besonderes. Für mich als Holzgerlinger kam dazu, in der Nachbarschaft vor ein paar tausend Zuschauern und vor Freunden und der Familie zu spielen. Ein Erlebnis, an das ich mich auch heute noch gerne erinnere.

PPMagazin: Du hast vier Jahre beim VfB gespielt. Du warst 2003 deutscher A- Junioren-Meister zusammen mit einem Mario Gomez und Christian Gentner, die beide heute noch beim VfB Stuttgart aktiv sind. Warum hat es für Dich, in Anführungszeichen, nur zur Verbandsliga gereicht?

Bonertz: Ich war vom Kopf her noch nicht reif genug. Habe damals die Prioritäten falsch gesetzt. Ein Schlüsselerlebnis war sicherlich als wir von einem Jugendländerspiel nach Hause gefahren sind. Der Lukas Podolski ist sofort ins Training zum Verein gefahren, während ich mich mit Freunden getroffen habe. Wenn man Profi werden will muss man alles diesem Ziel unterwerfen. Alles daran setzen um das Ziel auch zu erreichen, anstatt am Wochenende um die Häuser zu ziehen.

PPMagazin: Wie oft hast Du es schon bereut die Prioritäten falsch eingestuft zu haben?

Bonertz: Ganz klar, diese Gedanken waren da. Vor allen Dingen immer dann, wenn ich gesehen habe wo ehemalige Mitspieler von mir später gespielt haben, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Aber ich bin gesund. Ich habe Familie und jeden Tag ein warmes Essen. Trotzdem blicke ich gerne zurück, bin dankbar für das was ich erlebt habe und damit ist das Thema für mich heute abgehakt.

PPMagazin: Nach der Jugend beim VfB Stuttgart ging es über die Stationen TSV Schönaich, SV Böblingen zurück zur Spvgg Holzgerlingen….

Bonertz: …….und damit hat sich der Kreis geschlossen.

PPMagazin: Dort stehst Du im Tor und bist zusätzlich als spielender Co-Trainer der verlängerte Arm von Trainer Martin Oßwald. Wie lange wirst Du Hotze noch als Torwart erhalten bleiben?

Bonertz: Solange ich gesund bin, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann noch mit 40 auf dem Platz zu stehen. Aber so zwei, bis drei Jahre werden es noch werden.

PPMagazin: Malte, vielen Dank für das Gespräch. Bleib gesund und viel Erfolg für die Rückrunde im Kampf um den Klassenerhalt Deiner Mannschaft.


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