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Seit 2006 „unersetzliche Kollegin“ im Abteilungsmanagement der Holzgerlinger Fußballer.

 

Ich koche seit 35 Jahren jeden Tag. Habe zwei Kinder groß gezogen sowie Haus und Garten im Griff“, macht die First Lady des Holzgerlinger Fußballs, Ute Nordmann, deutlich dass niemand in der Familie unter ihrer Passion zu leiden hat. Bild oben: Abteilungsmanagerin mit Trainer André Gonsior.

 

SpVggHolzg LogoWenngleich, da fehlt doch einer in der Aufzählung? Richtig, der Gatte. Doch Hans Otto Nordmann winkt bei dem Thema nur lächelnd ab. „Das passt schon und ist kein Problem. Bereitet mir keine Schmerzen und ich finde ihr Engagement bei der Sportvereinigung nur gut“, so der Fotto, „diesen Spitznamen hat mir jemand in der ersten Klasse verpasst und seitdem bin ich eben der Fotto“, der den Einstieg seiner Powerfrau in die Männerdomäne Fußball mit einem „das hat sich so ergeben“, abtut.

Von unserem Mitarbeiter Christian Schunke

Da wird Ute Nordmann schon etwas konkreter. „Ich habe meinen Mann indirekt über die Disco kennen gelernt. Und was macht man, wenn ‚Frau‘ in einen Fußballer frisch verliebt ist? Man geht eben mit auf den Sportplatz.“ Denn bis dahin hatte sich der sportliche Ehrgeiz der Multifunktionärin auf gemeinsame Spiele der Nationalmannschaft zusammen mit dem Papa auf dem Sofa beschränkt oder wie sie es ausdrückt „mit dem Sport hatte ich net arg viel am Hut.“ Nach der Geburt der beiden Söhne Sven und Nils nahm die Geschichte langsam aber unaufhaltsam an Fahrt auf. Nordische Namen in einer schwäbisch-rumänischen Verbindung? „Na klar“, so der Fotto verschmitzt, „wenn ich schon Nordmann heiße.“

Mit Pflaster und Schnürsenkel hat alles angefangen

Der Mann auf dem Sportplatz. Zwei kleine Kinder an der Backe. „Da hat man als Frau und Mutter genau zwei Möglichkeiten. Entweder bleibt man zu Hause oder man wackelt dem Gatten hinter her.“ Das Ende vom Lied: Sven und Nils sind praktisch auf dem Sportplatz groß geworden. Gar nicht so unflott war aus Sicht des Nachwuchses, doch fast immer ein Spielplatz in der Nähe. „Der Nils hat erst Fußball gespielt und ist dann in den Kindergarten gekommen“, so die Mutter, die urplötzlich einen ganzen Stall Kinder zu betreuen hatte. Die Karriere von Ute Nordmann begann als Betreuerin im Bambinialter der Sprösslinge. Ihr Aufgabengebiet? „Da mussten heulende Kinder getröstet werden, kleine Blessuren mit einem Pflaster versehen oder es galt die Schnürsenkel zu binden.“

 

UteNordmPortraitDer Grundstein war gelegt und „anschließend habe ich mich buchstäblich hoch gearbeitet“, ging es für Nordmann zu den B- und A-Junioren. Das Grundwissen erlangte sie in der Sportschule des WFV in Wangen. Dazwischen wurde auch schon mal Trainingsarbeit bei den Kleinen geleistet, obwohl „ich selber nie gespielt habe“. Wie ein Lehrling in einer Firma musste Ute Nordmann auch in der Fußballabteilung von der Pike auf kennen lernen was so eine Multi- Funktionärin alles wissen sollte. Sei es das Passwesen, den Nachwuchs für die einzelnen Mannschaften einteilen, Trikots besorgen und wieder säubern. Später ging es im aktiven Bereich weiter. Und es kamen weitere Aufgaben dazu. Schiedsrichterbetreuung bei den Spielen der Aktiven, Pressearbeit, Herstellung des Stadionheftes, Homepage, Newsletter. Und die Veranstaltungen, wie an Fasching oder Public-Viewing bei großen Fußballereignissen. So ganz nebenbei stellten die Nordmanns auch noch eine Frauenmannschaft auf die Beine. „Für diese Idee wurde ich anfangs belächelt“, blickt Ute N. zurück. Und es kamen Sprüche wie „willst Du selber noch anfangen zu kicken?“ Aber eine gewisse Sturheit kann die Dame durchaus an den Tag legen, wenn sie eine Idee verfolgt, schließlich „wurde ich immer wieder von Mädels angesprochen, warum die Sportvereinigung kein Mädchenfußball anbietet.“ Das Ende vom Lied ist bekannt. „Aufgrund einer Anzeige im örtlichen Nachrichtenblatt kamen 24 Mädchen zum ersten Training.“ Der Trainer? Na klar: Hans Otto Nordmann. Wer auch sonst.

 

Noch eine Liebe: FC Bayern München

Überhaupt herrscht Einigkeit im Hause Nordmann, denn zur gemeinsamen Liebe in Sachen Sportvereinigung gesellt sich eine weitere (Fußball-) Liebe hinzu. Der FC Bayern München. „Wir ziehen an einem Strang“, so der Hans Otto N., der auch kein Problem damit hat, dass bei gemeinsamen Sitzungen seine Frau neben ihm sitzt und ihm manchmal die Richtung vorgibt. „Kein Problem, das passt alles. Zumal ich eher für den technischen Bereich zuständig bin und mich dort aufhalte, wo man eine Maschine beziehungsweise ein Gerät bedienen muss.“

 

Aus dem Mund von Ute hört sich das allerdings so an: „Mit meinem Mann habe ich kein Problem, denn er macht sowieso das was ich ihm sage“ und garniert das Ganze mit einem schallenden Gelächter. „Nein, das läuft sehr harmonisch ab und die Zusammenarbeit macht sehr viel Spaß, denn sonst würde ich aufhören.“

Unvorstellbar! Ute Nordmann ohne Fussi. „Ich liebe Fußball und gehe auch zu anderen Spielen ohne Hotze-Beteiligung.“ Und so taucht die Powerfrau weiterhin überall dort auf, wo gerade eine helfende Hand benötigt wird.


Eine Frau in der Männer-Domäne Fußball, wie kommt das? „Mein Mann hat mich ermuntert und bisher in allen Bereichen unterstützt“. Man neigt zu fragen ‚ohne Ute‘ geht es nicht. Hier kommt Widerspruch von Ute Nordmann: „Es würde bei den Fußballern sehr wohl auch ohne Nordmanns gehen. Denn die Welt geht ohne uns auch nicht unter.“

 

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 Ute Nordmann mit ihrem Otto - privat und im Verein ein eingespieltes Team


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