Frauen KommentarNov2020neu

 

 

Aus der Sicht von PPM-Redakteurin Rena Weiss (Bild)

Immer mehr Frauen trauen sich in die Chefetagen. Damit dies aber für die breite Masse möglich ist, muss noch viel passieren.

Trotz Abschluss am Technischen Gymnasium traute ich mich als junge Frau nicht, in der technischen Branche Fuß zu fassen. Weibliche Vorbilder, die mich bestärkt hätten können, gab es wenige. Mittlerweile gibt es mehr weibliche Vorbilder, die in Männer dominierten Berufen sozusagen ihren Mann stehen – dazu zählt auch die Chefetage und zwar in allen Branchen.

Rena WeissTrotz dieser positiven Entwicklung sorgen noch viele Umstände dafür, dass es für Frauen immer noch schwieriger ist, eine höhere Position anzustreben. Da ist das geringere Gehalt, das jedoch zur Folge hat, dass meist der Geringverdiener, also die Frau zu Hause bleibt, wenn es Kinder in der Familie gibt. Der Wiedereinstieg ins Berufsleben findet meist in Teilzeit statt, die Altersarmut ist fast vorprogrammiert.

Auf vielen Gebieten gefragt

Entscheidet sich eine Frau bewusst gegen Kinder, dann darf sie sich oft rechtfertigen, gerade gegenüber Frauen. Das Bild der daheimbleibenden Mutter, die die Kinder erzieht, ist über Jahrhunderte hinweg in unsere Gesellschaft eingebrannt worden. Um dieses Bild der perfekten Mutter zu verändern, braucht es weibliche Vorbilder und deren Unterstützung im Alltag.

Eine Frauenquote ist nicht besonders hilfreich. Durch die wird nur gefördert, dass Kritik laut wird, gerade von Frauen.

Denn oft genug sind die schlimmsten Kritiker von Frauen in Führungspositionen Frauen selbst. Das gilt auch für Frauen in der Politik, vor allem in der Kommunalpolitik. Dies können wir Frauen selbst verändern, indem wir uns gegenseitig mehr unterstützen und damit gemeinsam positive Vorbilder schaffen.


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