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Ländliche Einkaufsstätten scheinen zu resignieren - Der Handels- und Gewerbeverein Holzgerlingen bastelt an einer hoffnungsvollen Antwort

Während die innerörtlichen Fachgeschäfte immer weniger werden, steigen die Umsätze von Amazon überdurchschnittlich, ja geradezu beängstigend. Der Konzern gehört zweifelsohne zu den „Gewinnlern“ der weltweiten Corona-Pandemie.

Was ist passiert? Kapital und exzellentes Marketing steuerte die Kaufkraft in’s Internet. Wenn nicht schon passiert, bekommt die Freizeitbeschäftigung „Shopping“ eine neue Dimension.

Da die Steuern vorrangig im Ausland bezahlt werden, hat der deutsche Fiskus wenig von diesem weiter expandierenden Globalplayer, der mit seinen Preisen, der Logistik und seiner Finanzkraft inzwischen zahllose Existenzen in der Nahversorgung bereits kaputt gemacht hat. Wie lange soll das noch gehen?

Derweil entgehen durch – scheinbar legale - Steuertricks des multinationalen Konzerns dem Staat Millionen, die in Anbetracht wachsender staatlicher Aufgaben und Schulden durch die Pandemie dringend benötigt werden.

Weitere Betriebe werden schließen, vor allem wenn fehlende Unternehmensnachfolger zur Aufgabe zwingen. Zuerst auf dem Land, dann in den Städten resignieren die Firmeninhaber und sind teilweise froh, wenn sie „in Rente“ gehen können.

Völlig aus dem Blickfeld

- Immense Umweltbelastungen werden durch die von Amazon beauftragten Paketdienste erzeugt. Man spricht von über 10 000 Transportern, die täglich die Verkehrswege, Fußgängerbereiche, Plätze, Grundstückseinfahrten und Radwege belasten und sich als Hindernisse darstellen – oft bei laufendem Motor. Rücksendungen werden vielfach vernichtet, weil kostengünstiger.

- Richtig ist auch, dass Amazon bei seiner Expansion Mitarbeiter zu Niedriglöhnen beschäftigt. Gleiches gilt für die Bezahlung „gestresster“ Fahrer und Auslieferer der Paketdienste.

- Unumstritten ist, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze im Handel wegfallen, ebenso die Gewerbesteuer für die Kommunen und die Sponsoren vieler Vereine und sozialer Einrichtungen.

Wollen wir das?

Werden junge Leute gefragt: Eindeutig ja. Und liefern gleich die Gründe mit: Preisgünstiger, Auswahl, bequemes Handling, kein Parkplatzproblem, umweltfreundlich, was nicht gefällt wird zurückgeschickt, usw.

Wo bleiben aber die Interessen der „älteren Menschen“? Werden diese künftig wie in Neuweiler oder anderen Orten mit Automaten versorgt? 24 Stunden geöffnet, Bar- und Kartenzahlung möglich – teilweise schon mit dem Smartphone.

Was macht der stationäre Handel, die Versorger vor Ort?

Je nach Bedeutung des Händlers klagen verstärkt auch schon die Geschäfte auf der Stuttgarter Königstraße, Mercaden Böblingen, Sterncenter Sindelfingen – und dies bereits vor der Pandemie.

Auf der Schönbuchlichtung: eine zunehmende Anzahl von Leerständen bei Gewerbe-Immobilien, die teilweise in Wohnraum umgewandelt werden. Auch gut!

Es muss was passieren

Viele Geschäfte und Verbraucher fragen: Aber was?
Innovative, finanzierbare Ideen sind gefragt. Die Entwicklung bei Amazon schreitet weiter voran und zerstört in den Gemeinden soziale Strukturen, das Zusammengehörigkeitsgefühl. Innenstädte ohne Leben fördern die weitere Vereinsamung der Menschen. Ein Wochenmarkt reicht bei weitem nicht aus. Auf Dauer ein bis zwei Apotheken am Ort und Bäcker-Filialen. Handwerks-Metzgereien werden immer weniger. Was bleibt sind leere Ortszentren, einige Diskounter in Ortsrandlagen. Die Verbraucher kaufen im Internet oder fahren auf gut ausgebauten Straßen oder der Schönbuchbahn in die Einkaufszentren.

Wahrlich keine guten Aussichten, wenn es nicht www.schoenbuch.merkando.shop in Gründung gebe. Mal sehen, was hier in den nächsten Wochen entsteht.

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