Querdenker 

Die Coronakrise bringt beängstigende Charakterzüge an’s Tageslicht.

Ehrlich, wir Deutschen sind verwöhnt.Der lange Frieden nach dem 2. Weltkrieg, die Trümmerfrauen und Pioniere des Wiederaufbaus, Erfinder, Managertypen, emanzipierte Frauen, die verantwortungsvollen Gewerkschaften und Unternehmer mit sozialer Verantwortung sowie fleißige Arbeitnehmer schufen gemeinsam die Grundlage für ein demokratisches und wohlhabendes Land. Wir haben viele Krisen überstanden, zum Beispiel den RAF-Terror, Bankenzusammenbrüche, die Flüchtlingswellen vom Balkan und aus dem Nahen Osten, die Mauer durch Deutschland, sowie den Rechts- und Linksextremismus nur teilweise.

Wirtschaftlich ging es fast immer aufwärts, mit gelegentlichen Verschnaufpausen.
Wir wurden ein Vorzeigestaat auf vielen Gebieten, der Jahrzehnte enorme Zahlungen an die ehemaligen Kriegsgegner und Opfer des Holocaust für erlittenes Leid während des Dritten Reiches leistete. Menschenrechts-/Flüchtlings- und Entwicklungshilfe-Organisationen etc. werden unterstützt und vielfach Verantwortung übernommen.

"Bei den Demos wird nicht für die Freiheit protestiert, sondern die Handlungsfähigkeit der demokratisch gewählten Regierung soll geschwächt werden."

ManfredPortrait SWDie Corona-Pandemie erwischte uns eiskalt und stürzte unser Land in einen noch nie gekannten Zustand.
Die Nachkriegsgenerationen können sich nicht erinnern so etwas schon erlebt zu haben, auch nicht die Krisenmanager in den Behörden.

Der sich schnell verbreitende Virus, weltweit mit vielen Todesfolgen, vornehmlich bei älteren und gesundheitlich angeschlagenen Menschen, weckte deutsche Urängste. Getrieben vom Ego, nämlich Leben, Wohlstand, liebgewonnene Freiheiten …. zu verlieren. Auf der Suche nach den Verantwortlichen wurden in der Regierung, in Drittländern, bei politischen Gegnern, und globalen Mächten die Verursacher „unserer Probleme“ gesehen. Verschwörungstheorien bekamen Hochkonjunktur. Links- und Rechtspopulisten, Weltverbesserer, Impfgegner, Antisemiten, religiöse Fanatiker und Zeitgenossen die Merkel mit Hitler vergleichen bekamen Zulauf, weil man die vom Virus ausgehenden Gefahren nicht mehr sehen und notwendige Einschränkungen nicht mehr dulden wollte. Dabei übersahen die sogenannten „Querdenker“, dass die persönliche Freiheit dort aufhört,
wo die Freiheit anderer „gesund zu leben bzw. zu überleben“ gefährdet wird. Es sind nicht „Querdenker“, sondern „Nicht-zu-Ende-Denker“. Die Zusammensetzung des Demonstranten-Lagers lässt nichts Gutes hoffen.

 

Heimsuchung ChanceCoronaDeutschland ist einer der wenigen Staaten, die bislang die Pandemie erfolgreich bekämpft hat. So sehen es die anderen Staaten – nur die Rädelsführer der Samstag-Demonstrationen nicht.

"Der Schein trügt, wir sind nicht über den Berg."

Auf der Basis leider nicht vermeidbarer widersprüchlicher Daten aus dem RBI, dem zeitweise auftretenden Zwist unter den konkurrierenden Instituten sowie um Aufmerksamkeit heischender TV-Professoren etc. wird ein Gemisch aus Halbwahrheiten, Falschinterpretationen, Verschwörungstheorien und Gruppeninteressen angerührt und auf den Straßen wie Plätzen kredenzt. Die Schattenseite der Demokratie und dem Grundrecht nach freier Meinungsäußerung. Aber da müssen wir durch.

Titelgrafik: Silvi Petersen


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