Werden BM-Wahlen durch dubiose Kandidaten zur Volksbelustigung?

 

MaPortraitApril15Unsere Demokratie treibt gelegentlich komische Blüten. Das Wahlrecht ist relativ weit gefasst, so dass fast jede „unbescholtene Person“ für ein Mandat oder Amt kandidieren kann. Da haben sich die Frauen und Männer, die nach Nazi-Deutschland über unserer Verfassung gesessen haben, etwas dabei gedacht. Aber wie so oft, hat jede Regelung seine Sonnen- und Schattenseiten. Gefördert durch die Veränderungen in unserer Gesellschaft, durch Missstände, schnelle Medien, einer wachsenden Anzahl von Populisten, Wutbürger, etc.

Der bekannteste Wutbürger war der 2004 verstorbene Helmut Palmer (Vater des aktuellen Tübinger Oberbürgermeisters), bekannt als Remstal-Rebell. Er war ein politischer Einzelkämpfer und trat als solcher bei 250 Bürgermeisterwahlen an. In Schwäbisch-Hall hätte er 1974 beinahe Oberbürgermeister werden können, denn er erreichte im ersten Wahlgang respektable 40,74 % der Stimmen und im zweiten gar 41,43 %. Sicher gibt es in Deutschland weitere vergleichbare Fälle.

Wählen ist gut, wenn man Auswahl hat. Auswahl unter Personen, die objektiv betrachtet der Aufgabe des Amtes gewachsen sein können. Blicken wir auf die Kandidatenlisten der jüngsten Wahlen im Kreis Böblingen, bekommt man Zweifel an den Zugangsregularien. Vielfach darf man an den ernsten Absichten der Kandidaten zweifeln, ebenso an deren Befähigung. In Nufringen, Schönaich und jetzt Holzgerlingen in besonderer Weise. Hier traten jüngst Leute in den Ring, die das Amt eines Bürgermeisters bezüglich Kompetenzanforderungen und Ansehen in Frage stellen bzw. beschädigen. In den USA haben Wutbürger und Profitmacher die Wahl von Trump ermöglicht. Jetzt hat die westliche Führungsmacht einen Präsidenten, die darüber nachsinnt, wie man diesen „Irrtum baldigst entsorgen“ kann.

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Holzgerlingen hat die Wahl. Nicht unter vier Kandidaten, sondern unter zwei respektablen Personen, die charakterlich, tadellosem Leumund und mit respektabler beruflicher Vita für das Amt des Bürgermeister geeignet sind. Wählen mit Überlegung, mit Blick auf die Herausforderungen in einer jungen Stadt.


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