Engagement mit Blick in die Zukunft
Die Aktivierung älterer Mitbürger als frühzeitiger Schutz gegen die Einsamkeit

In den vergangenen 100 Jahren ist die allgemeine Lebenserwartung stark angestiegen. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Kinder. Neben Problemen wie etwa der Rentensicherung spielt deshalb auch die Einsamkeit eine immer größere Rolle.

Nachdem das Thema Stadtentwicklungsplan 2030 für den Holzgerlinger Stadtseniorenrat erfolgreich abgeschlossen ist, stellt sich nun die Frage nach weiteren Aufgaben und Projekten. „Der Stadtseniorenrat ist keine überholte Institution. Im Gegenteil, wir werden weiterhin vorausschauend mitwirken", sagt Hermann Glück, zuständig beim Stadtseniorenrat für die Öffentlichkeitsarbeit und damit auch für den Bürgertreff.

buergertreff glueck„Das Thema Vereinsamung gewinnt hier verstärkt an Bedeutung. Deshalb wollen wir Lösungen erarbeiten und hoffen, diese dann mit Hilfe ehrenamtlicher Kräfte in die Praxis umzusetzen. Nicht jeder alleinstehende Mensch ist automatisch einsam. Wer sich jedoch im Alter nicht im Verein engagiert, reist, seine Hobbies und sozialen Kontakte pflegt, der könnte vereinsamen. Glück, der sich seit einem Jahr aktiv im Stadtseniorenrat engagiert, weiß um die typischen Charakteristika: „Vereinsamte Menschen haben sich abgekapselt und leben zurückgezogen. Ursachen können der Tod des Partners, eingeschränkte Mobilität, schwierige Familienverhältnisse, Angst vor Ablehnung und Probleme mit Alltagssituationen – aufgrund von Schwerhörigkeit oder verringerter Sehkraft – sein."
Wie lassen sich diese Menschen finden und wie kann man helfen? Sensitive Mittler, also soziale Dienste, Kliniken, Ärzte oder auch aufmerksame Nachbarn, können erste Kontakte vermitteln. Und dann? „Wir wollen einsame Menschen wieder aktiv in die Gesellschaft integrieren und so ihre Lebensfreude wecken", beschreibt Stadtseniorenratsmitglied und Kassierer Hartmut Duchscherer die gesetzten Ziele. Das könnte durch Besuchsdienste, Vorlesezeiten oder Aufgabenstellungen wie etwa die einer „Leih-Oma", einer „Vermittlerin alten Wissens" oder eines „Sachkundigen im Bereich Gemüseanbau" gelingen. Das Bürgertreff-Team um Hermann Glück ist überzeugt, dass sich im Rahmen der nächsten Treffen weitere Ansatzpunkte finden, um betagte Mitbürger verstärkt in die Gesellschaft einzubinden. Glück hofft so - wohl auf ehrenamtliche Helfer, als auch auf Kooperationen mit Vereinen sowie die Unterstützung durch die Stadt und den Kreisseniorenrat. Der gebürtige Rottweiler, der seit über 30 Jahren in Holzgerlingen lebt, ist überzeugt: „Wer sich beim Bürgertreff engagiert, der kann konkret an Holzgerlingens Zukunft mitarbeiten - eine Zukunft, wie man sie für sich im Alter wünscht."


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