ManfredPortrait SWWir haben im letzten PPM schon mal gefragt: Laufen wir Gefahr, den Überblick zu verlieren? Ja, weil viele Teile der Bevölkerung mit extremen Ansichten versuchen, gegen jeden und alles anzulaufen und dabei vergessen, dass der innere Frieden unserer Gesellschaft uns Jahrzehnte stark gemacht hat. Afghanistan zeigt uns, welche Not, bei den Menschen entstehen kann, eine Not die wir Deutschen mit unseren Verbündeten mit zu verantworten haben. Kein Ruhmesblatt für deutsche Regierungen, egal, welche Parteien sie getragen haben

Klimaschutz: Die wichtigste Aufgabe der Politik

Ein Presse-Kollege aus Sindelfingen mutmaßte kürzlich, ob wir den Kompass verloren hätten. Und diese Frage ist berechtigt, wenn in extremer Weise gegen Corona-Impfungen zu Felde gezogen wird, bei Demos kleine Kinder als Schutzschilde in vorderste Linie gebracht werden. Wenn Millionen Arbeitnehmer und Urlauber durch Streiks in Geiselhaft genommen werden. Wenn man Motorradfahrern den Tod wünscht und Radfahrern „Sturzfallen“ gestellt werden. Unter Corona haben viele Menschen auf unterschiedliche Art und Weise gelitten und leiden immer noch. Mit am stärksten die Gastronomen und ihre Mitarbeiter*innen. Wenn sich diese mehr Schutzimpfungen wünschen, ist das mehr als verständlich. Sie aber deswegen als Nazis zu beschimpfen, zeigt die Verrohung der Sitten in unserem Land.

Man muss nicht alles gut finden, was von „oben herab" veranlasst bzw. gesteuert wird. Was sich aber im Internet abspielt, ist unterste Schublade. Immerhin sind wir ein verwöhntes Volk mit Freiheiten, um die uns nahezu die ganze Welt beneidet.

Egal, wer uns nach dem 26. September regieren wird, Angela Merkel werden wir früher oder später vermissen.

Laufen wir Gefahr, den Überblick zu verlieren?

MWASonnenbrilleDie Pandemie offenbarte Stärken und Schwächen staatlicher Bürokratie und Hilflosigkeit, ebenso anverschiedenen Stellen in unserer Gesellschaft.

Als hätten wir nicht schon genug schwere Kost zu verdauen: Missbrauchsfälle in Kirchen und Vereinen, stärker werdender Rassismus und wieder aufkommender Antisemitismus, eine wachsende Kluft zwischen Geringverdienern und sogenannten Reichen, Betrüger und Raffzähne unter unseren Politikerinnen und Politikern und Konzernmanagern usw.

In den nächsten Wochen und Monaten haben wir die Aussicht, nach amerikanischem Muster einen schmutzigen Wahlkampf zu erleben. Es geht mal wieder um Sein oder Nichtsein, um Rechts oder Links, um freie Marktwirtschaft oder gelenkte Eingriffe in wichtige Versorgungsbereiche unserer Bevölkerung, wie zum Beispiel bei Strom und Wasser, Wohnraum und Erhalt lebenswerter Umwelt-Ressourcen, um unser Klima nicht weiter zu verschlechtern.

Es wird verschwiegen, gelogen und manipuliert.

Nach dem Motto „man lebt nur einmal“, greifen immer mehr Menschen zu Methoden der persönlichen Bereicherung, die mit Anstand, seriösem Charakter, gesellschaftlicher Verantwortung und Rücksicht auf nachkommende Generationen nichts mehr zu tun haben. Geschäftliche Verluste und der Abbau von Arbeitsplätzen sollen sozialisiert werden, aber „was ich verdient habe, bleibt mein." Da wird sogar Steuerbetrug zum Kavaliersdelikt herabgestuft. Nur weiter so Deutschland?

„Immer mehr und immer öfters."

Die Methoden schaffen vielerorts Umweltprobleme besonderer Art. Ein aktuelles Beispiel: Hunde „sind in“, aber deren Hinterlassenschaften sind auf Straßen, Wegen, Gemüsefeldern und Wiesen anzutreffen. Die Modetiere im Handtaschenformat kommen oftmals von fragwürdigen Züchtern im südöstlichen Ausland. Oder unser hoher Trinkwasserverbrauch senkt vielerorts den Grundwasserspiegel. Oder die Gier nach billigem Fleisch bringt Probleme für die heimischen Bauern und zerstört von uns unbemerkt den Urwald in Südamerika und damit unser Klima. Oder Verpackungsmaterialien sind jetzt schon eine Belastung für Flüsse und Meere.

Ein „No-Go" die Zunahme von Übergriffen gegenüber Polizisten und Hilfskräften. Die Liste könnte man weiterführen. Aber wer will Details wissen und wer sich ändern? Im Zweifelsfall sind die Chinesen, Migranten, Arbeitsscheue etc. die Schuldigen. Welches Bild geben wir im Ausland ab und vor allem vor unseren Kindern und Enkeln?

Der Bundeskanzlerin den Spiegel vorgehalten: „So kann es nicht weitergehen“, meint Manfred Wanner (Foto)

ManfredSept.2019Die sozialen Medien werden von Wortmeldungen zum Thema Corona-Pandemie buchstäblich überrollt – vorrangig von den Gegnern der staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Infektionsverbreitung. Auffällig die Hasstiraden gegenüber den Protagonisten der Maßnahmen, in der Regel ohne Berücksichtigung realer Daten und Gefahrenlagen.

Karl Lauterbach, gefragter Corona-Fachmann, kämpft auch gegen Vorurteile coronamüder Bürgerinnen und Bürger.

Die Meinungskonflikte in den sozialen Medien zwischen Karl Lauterbach (Bild) – Gesundheitsexperte der SPD – und seinen Gegnern hat Ausmaße angenommen, die man in einem zivilisierten Land nicht mehr nachvollziehen kann. Purer Hass schlägt ihm entgegen. Persönliche Beleidigungen bezüglich seines Aussehens, seiner Stimme und seinem Dialekt werden gepostet. Eine sachliche Auseinandersetzung in den meisten Fällen „Fehlanzeige“.

ManfredNov17Seit Monaten tritt die Pandemie als Verstärker von innerdeutschen Problemen auf, die längst bekannt sind, aber erst seit dem Frühjahr 2020 vielerorts für zunehmenden Ärger in der Bevölkerung sorgen. Milliarden wurden vom Staat ausgegeben, um die Folgen für die Wirtschaft abzufedern und den von Kurzarbeitergeld betroffenen Menschen zu helfen. Ungerechtigkeiten war vorprogrammiert und es offenbarte sich ein Fass ohne Boden.

Die Verantwortlichen in der Politik und in den Behörden haben in der Lernphase so manchen Fehler gemacht. Und man staune: die Fehlerkette fortgesetzt. Dies darf aber kein Grund dafür sein, dem Chaos in einem sonst zivilisierten Land durch die Verweigerung angeordneter Schutzmaßnahmen den Weg zu bereiten. Die Stimmen aus den Lagern von Demonstranten und Querdenkern sind ernst zu nehmen. Aber Aufrufe zum kollektiven Ungehorsam gehen gar nicht. Schon gar nicht zusammen mit den Chaoten von der Straße, die unsere Polizei ständig provozieren und beleidigen. Angeblich geht es ihnen um die Freiheit. Welche Freiheit? Man darf doch demonstrieren, wenn man die vom Gesetz vorgeschriebenen Regeln einhält. Schon sonderbar, wenn die Freiheitsrechte gemeinsam von Verschwörungstheoretikern, Juden- und Moslemhassern, Holocaust-Leugnern, Impf- und Stuttgart- 21-Gegnern, Wunderheilern, religiösen Sekten, Partyfans, selbsternannten Wissenschaftlern, Rechtsradikalen und linken Krawallmachern eingefordert werden. Alle anderen Probleme die wir haben werden dem Thema Corona untergeordnet.

Auf die Spitze treibt es ein führender FDP-Politiker und Rechtsanwalt. Dieser fordert die Gegner der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung auf, dagegen zu klagen. Ein absolutes „No go“ für einen Bundestagsvizepräsidenten. Ein Schelm, der dabei Böses denkt, wenn der Gescholtene eine RA-Kanzlei betreibt.

Mein Appell an die Politik: Einbindung des Bundestags bei der Suche nach praktikablen Lösungen. Das Volk mitnehmen, dazu zählen auch die Gastronomen, Blumenläden usw. und nicht alles von „oben herab anordnen”.Der Appell an uns alle: Sorgen wir solidarisch dafür, dass der Spuk bald zu Ende ist und mit Disziplin ein dritter Lockdown vermieden wird. Leider sind Lockerungen für viele Menschen ein falsch verstandenes Zeichen dafür, alle Hemmungen abzulegen. Sind wir doch ein "unmündiges Volk", dem man in Notlagen immer wieder sagen muss, was geht und was nicht? Wo bleibt der gesunde Menschenverstand?

 

Frauen KommentarNov2020neu

 

 

Aus der Sicht von PPM-Redakteurin Rena Weiss (Bild)

Immer mehr Frauen trauen sich in die Chefetagen. Damit dies aber für die breite Masse möglich ist, muss noch viel passieren.

Trotz Abschluss am Technischen Gymnasium traute ich mich als junge Frau nicht, in der technischen Branche Fuß zu fassen. Weibliche Vorbilder, die mich bestärkt hätten können, gab es wenige. Mittlerweile gibt es mehr weibliche Vorbilder, die in Männer dominierten Berufen sozusagen ihren Mann stehen – dazu zählt auch die Chefetage und zwar in allen Branchen.

Amazon 1 

Ländliche Einkaufsstätten scheinen zu resignieren - Der Handels- und Gewerbeverein Holzgerlingen bastelt an einer hoffnungsvollen Antwort

Während die innerörtlichen Fachgeschäfte immer weniger werden, steigen die Umsätze von Amazon überdurchschnittlich, ja geradezu beängstigend. Der Konzern gehört zweifelsohne zu den „Gewinnlern“ der weltweiten Corona-Pandemie.

Was ist passiert? Kapital und exzellentes Marketing steuerte die Kaufkraft in’s Internet. Wenn nicht schon passiert, bekommt die Freizeitbeschäftigung „Shopping“ eine neue Dimension.

 

Transeuropäischer Viehtransport

Gequälter Schweinerüssel

 

Ein Video brachte alles in‘s Rollen – Metzgerbetriebe und Gastronomen verstreiten sich um das Wohl der Schlachttiere, Kunden und Gäste – Weitere Videos zeigen teilweise katastrophale Zustände in den Ställen der Mastbetriebe

Fotos oben: Gedränge auf einem Viehtransporter, gequälter Schweinerüssel
PPM-Bilderarchiv

Die Ereignisse im Gärtringer Schlachthof gaben einen Einblick in eine Branche von der man gehofft hatte, dass in lokalen Schlachthöfen die Welt noch in Ordnung ist. Seit dem Corona-Ausbruch in Europas größter Fleischfabrik steht das „Nahrungsmittel Fleisch“ unter besonderer Beobachtung. Mit Recht. Verbraucher-Organisationen, Tierschützer, Mediziner, Bauern sowie das Metzger-Handwerk beanstanden schon seit vielen Jahren die Zustände in der Branche. 

Ruinöse Erzeugerpreise, Reklame der Discounter mit Niedrigstpreisen, die teilweise tierverachtenden Stallungen und Tötungsfabriken, die Bedingungen bei Transporten und die Antibiotika-Futterbeigaben sind bei Schweine- und Rindermasttieren Gang und Gebe – alles um am Ende einen billiger Kilo-Preis im Laden zu erzielen.

Corona. Viel Unsinn wurde geschrieben, vor allem BILD tat sich dabei mit Breitseiten gegenüber der Wissenschaft besonders hervor und sympathisierte mit allen, die kein Verständnis für die Maßnahmen der Regierung aufbrachten.
Eine Spaltung in der Bevölkerung wurde teilweise sichtbar. Verschwörungstheorien, politische Extreme, Holocaust-Leugner und ManfredNov17Weltverbesserer hatten auf Plätzen und Straßen zeitweise Hochkonjunktur. Die berechtigen Sorgen vieler Menschen gingen in dem sich radikalisierenden Klima unter. Schade. Wir meinen: vieles wurde richtig gemacht. Nicht alles, aber unter dem Strich konnte Deutschland die Pandemie erfolgreich bekämpfen. Und das gilt. Ja, wir geben immer noch hier und da ein gutes Beispiel der Weltgemeinschaft. Trump, Putin und Bolsonaro dürfen bei uns abschreiben.


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