Heute mit Heidrun Neugebauer, Orchesterchefin des Harmonikavereins Holzgerlingen

Heidrun NeugebauerMai15Bereits seit 1992 unterrichtet und dirigiert Heidrun Neugebauer im Holzgerlinger Harmonikaverein. Musik, Gemeinschaft und Kreativität sind die Grundsäulen der Vereinsarbeit. Nach ihrem Studium zur staatlich geprüften Musiklehrerin mit Schwerpunkt Akkordeon, Klavier und Dirigieren, arbeitete die gebürtige Lahrerin bei verschiedenen Vereinen und Musikschulen, bis 1992 ein Anruf des damaligen Dirigenten Werner Frank die junge Frau nach Holzgerlingen lockte.

„Zuerst habe ich die Jugendorchester unterrichtet, ab 1994 kamen dann auch das erste und zweite Orchester hinzu“, erinnert sie sich. Ein glückliches Händchen hat sie mit ihrer Standortwahl getroffen: Der Bezirk Würm-Nagold kann mit 60 Orchestern aufwarten – alleine acht davon kommen aus Holzgerlingen. Im Gegensatz zu anderen hat der Verein die Nachwuchsförderung nicht verpasst: Vier Lehrer, davon drei staatlich-geprüfte und ein Laien-Dozent unterrichten vor Ort. Ihre Hobby -die Musik- ließ sich so perfekt mit ihrer tatkräftigen Art verknüpfen. „Langweilig wird mir hier sicher nie!“, lacht die sympathische Frau.

 

Arbeit als Dozentin

Der Musikverein finanziert die Lehrer durch Auftritte, das Gartenfest, den Christbaumverkauf, das Musikgartenangebot für Kleinkinder ab drei Monaten und natürlich Musikunterricht für alle Altersstufen von 5 bis 99 Jahren.

Heidrun Neugebauer gibt außerdem Dirigierkurse im Auftrag des Deutschen Harmonikaverbands oder ist als Juror bei Musikwettbewerben tätig. Besonders gerne arbeitet sie auch als Gastdirigentin, wie etwa für das Akkordeon-Landesjugendorchester Baden-Württemberg. „Solche Arbeiten sind zwar unheimlich anstrengend, weil man nur wenig Zeit mit einem unbekannten Orchester zur Verfügung hat, aber sie fördern das Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Menschen und der Musik.“

Öfter mal was Neues

Stillstand ist so gar nicht ihr Ding. Glücklicherweise stößt sie beim Holzgerlinger Verein diesbezüglich auf offene Ohren: „Neue Ideen, wie damals etwa der Musikgarten, werden gerne angenommen und tatkräftig vom Vorstand und den Mitgliedern unterstützt. Inzwischen haben wir rund 130 Kinder, die im Baby-Musikgarten oder der musikalischen Früherziehung unterrichtet werden“, zählt die Dirigentin auf - eine gute Basis für den Vereinserfolg. Verbesserungen sind also nicht nötig?

„Im Verein läuft zwar alles rund, aber wir dürfen uns auch nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen“, zieht die Musiklehrerin Bilanz. „Auch bei uns sinken die Nachwuchszahlen. Viele Eltern haben Angst, ihre Kinder zu überfordern und melden sie ab, wenn es dann in die erste Klasse oder auf die weiterführende Schule geht.“

Heidrun Neugebauer hofft deshalb auf eine Kooperation mit der Berkenschule: Akkordeon-Gruppenunterricht ab der zweiten Klasse mit Abdeckung der Stunden im Rahmen der Ganztagsbetreuung. Ein Pluspunkt für alle Beteiligten, denn „selbst wenn man sein Musikinstrument üben muss, ist es gleichzeitig ein Ausgleich und fördert zudem das Gehirn“, betont die Dirigentin.


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