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 Arzt, Kommunalpolitiker, Hobbysportler, -Musiker und –Ornithologe -

Von seinem Vater hat er einst mit auf den Weg bekommen, vielseitig zu sein. Vielseitigkeit als Eintrittskarte in eine Welt des gegenseitigen Austauschs. Vielseitigkeit als Grundlage für ein respektvolles und empathisches Miteinander. „Heute würde man dazu Interdisziplinarität sagen“, sagt Horst Nebelsieck und betont: „Kein Tausendsassa, der meint, er kann alles.“ Der Schlüssel sei hingegen, vielfach interessiert und informiert zu sein. Die Kommunikation dürfe nicht an der Grenze des eigenen Fachgebiets enden, betont er im Gespräch mit dem Pluspunkte-Magazin. Deswegen müsse man selbst für Austauschplattformen sorgen, gemeinsame Ebenen finden, die gleiche Sprache sprechen. Eben hinaus, über den sprichwörtlichen Tellerrand schauen.

Von unserer Mitarbeiterin Sandra Bildmann

„Wenn ich mein eigenes Fachgebiet platziert wissen will, muss ich es entsprechend vermitteln können – nicht nur meinen Fachkollegen“, findet der gebürtige Westfale. Diese Kompetenz fange bei der Allgemeinbildung an. Wer kein Gefangener der Gegenwart sein wolle, müsse seinen Bildungsstand stets pflegen und erweitern, findet Nebelsieck.

BILDUNGSSTAND PFLEGEN

Zuerst sah es nicht danach aus, dass er einmal Arzt werden würde. „Als 68er war der Halbgott in Weiß für mich ein Anti-Typ, ein Feindbild“, erinnert sich der 72-Jährige, der seit 1994 mit seiner Familie in Schönaich wohnt. Es kam anders. Seit beinahe einem halben Jahrhundert widmet er sich hauptberuflich der Medizin.

Trotz seiner Pensionierung vor sieben Jahren ist der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie immer noch mittendrin. Dahinter steckten aber keine Komplexe, betont Nebelsieck, der die Neuorientierung nach der Pensionierung als kritische Phase sieht – nicht jedoch bei sich selbst. Sein Know-how weiterzugeben und junge Ärzte intensiv zu coachen, ist ihm ein Anliegen. Doch der hohe Anspruch an das eigene Tun („wenn, dann gescheit!“), das sich wie ein roter Faden durch alle seine Lebensbereiche zieht, zeigt sich auch hier: „Es motiviert mich, dass junge Menschen von mir erwarten, dass ich up to date bin.“ Die eigene Glaubwürdigkeit einzusetzen auf Basis der längeren Lebenserfahrung funktioniere nämlich nur, wenn man mit der Zeit gehe.

 

KNOW-HOW AN DEN BERUFSNACHWUCHS WEITERGEBEN

NebelsiekOrnithologeZu Nebelsiecks Lebensauffassung gehören klare Prinzipien. Um das Amt im Gemeinderat hat er sich 2004 nicht gerissen. Doch Respekt und Verantwortung im Ehrenamt sind für ihn ein Selbstverständlichkeit. Wenn man eine solche Aufgabe also übernehme, schließe das eine Verbindlichkeit ein. „Die Freiwilligkeit wird in die Pflicht genommen“, sagt Nebelsieck, der dem Gremium noch bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode angehören möchte.

Bild links:..als Vogelkundler unterwegs

 

 

Persönliche STATIONEN
Bundeswehr, Studium Mathematik und Informatik, Medizin — zuerst Kardiologie, später Sportmedizin. Oberarzt in München, Chefarzt in Böblingen. 2013 Pensionierung mit Übernahme bestimmter Aufgaben im Klinikverbund Südwest in Sindelfingen und Leonberg. Fuhr bis zuletzt ein Mal wöchentlich zur Arbeit nach Füssen ins Allgäu. Seit 15 Jahren sitzt der heute 72-Jährige für dieSPD im Schönaicher Gemeinderat. Er fährt Ski und Rennrad, pflegt die Leidenschaft für die Ornithologie und das Saxofon.

 

Auch beruflich folgte Nebelsieck seinen Überzeugungen und Prinzipien als er sich zunächst gegen die Sportmedizin entschied, die sich damals hauptsächlich mit Leistungssport befasste. Seine Haltung: „Ich werde nicht Arzt, um aus einem 10,4-Sekunden-Sprinter einen 10,2-Läufer zu machen, sondern um mich um Leute zu kümmern, die krank sind und aus existentielleren Gründen ärztliche Hilfe benötigen.“ Erst als sich der Fachbereich um die Jahrtausendwende neu aufstellte und der Prävention einen großen Stellenwert eingeräumt wurde, wandte sich Nebelsieck der Sportmedizin zu.

 

NebelsiekFahrradfahrerIn seiner Freizeit hat er früher selbst verschiedene Sportarten auf Leistungsniveau betrieben, finanzierte sich beispielsweise als Ski- und Tennislehrer das Studium. Mit dem neuen Selbstverständnis konnte sich fortan auch Horst Nebelsieck mit der Sportmedizin identifizieren: Sich vordergründig damit auseinanderzusetzen, wie man mithilfe von Sport nicht krank wird, statt den Körper überehrgeizig mit Sport zu schinden, um als Arzt anschließend die Folgen zu therapieren.

 

 ...oder auf dem Rennrad in den Bergen

 

 

 

 


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