Höfinger Wasmichantreibt

Seine Lieblingsfarbe: Kickers-blau aus Überzeugung

Gutgelaunt empfängt Heinz Höfinger den PPMagazin-Redakteur am heimischen Tisch in seinem Holzgerlinger Reihenhaus. Natürlich in blau-weiß, eine andere Farbe käme für den überzeugten Stuttgarter Kickers Fan nicht in Betracht. „Niemals würde ich zu einem Termin etwas rotes tragen”, so das langjährige Aufsichtsratsmitglied des früheren Bundesligisten augenzwinkernd. Trotz seines Ruhestandes ist der Terminkalender des umtriebigen Unternehmers i.R. gut gefüllt, umso mehr kann er das Gespräch mit dem PPM-Magazin bei einer Tasse Kaffee genießen.

Auch wenn seine Blauen derzeit sportlich eine untergeordnete Rolle spielen, ist Heinz Höfinger gut gelaunt. Sein familiäres Umfeld passt, seine beiden erwachsenen Söhne stehen voll im Leben. Der gebürtige Österreicher blickt daher gerne an seine Anfänge in Deutschland zurück „Mit neunzehn Jahren kam ich als junger Bursche und erfolgreicher Fußballspieler hier her. Allerdings passten die Trainingszeiten nicht mit meinen Arbeitszeiten zusammen. Mein Beruf als Filialleiter im Lebensmittelhandel hatte Vorrang”.

Im Jahr 1984 gründete er damals als einer der ersten in diesem Bereich seine Prospektverteilerfirma. „Zuerst sehr klein und mit wenig Aufwand”, so Höfinger rückblickend. Die Geschäftsidee passte, Höfingers Unternehmen wuchs und wuchs. Nach der Jahrtausendwende mischte er den Stuttgarter Markt auf und lernte dort viele Unternehmerkollegen kennen. So kam auch der Kontakt zu den Kickers von der Waldau zustande. „Ich unterstützte den Verein viele Jahre und war fünfzehn Jahre im Aufsichtsrat der Blauen”, berichtet Höfinger.

Der Zeit als Unternehmer folgte eine lange Phase als Kommunalpolitiker

Nach den erfolgreichen Jahren als Unternehmer stellte er ab dem Jahr 2002 die Weichen für den Verkauf seiner Firma. Bis zum Jahr 2005 war der Deal abgeschlossen und Höfinger widmete sich seinem nächsten Projekt, der Lokalpolitik. An die Zeit der Firmenübergabe erinnert er sich ungern. „Das neue Management richtetet die Firma zugrunde”. Viele Jahre hatte Höfinger ziemlich alles richtig gemacht und musste dann tatenlos zusehen wie sein Lebenswerk allmählich von der Bühne verschwand. „Das war kein schönes Gefühl”.

Umso intensiver konnte er sich als Gemeinderat für drei Wahlperioden in seinem Heimatort einsetzen. Kritisch, sachlich und immer um einen Konsens bemüht. Er gründete den Förderverein für die Fußballer, startete die B 464-Initiative und ist aktuell immer noch in mehreren Projekten aktiv tätig. „Ich will etwas bewegen und dem Ort zurückgeben, ich kann nicht ruhig sitzen. Dabei geht es mir auch nicht ums Geld, alle Engagements leiste ich ehrenamtlich”. Er sieht keine Probleme Bürgerinnen und Bürger für ein Ehrenamt zu gewinnen, Ausnahme die Führungspositionen. „Aber da kommt es darauf an, wie und auf welche Weise die Menschen angesprochen werden. Vielfach fehlen professionelle Strukturen, die zur Entlastung bei Ehrenämtern führen“.

Ein Optimist sieht nicht schwarz

Höfinger LorzKommt man auf den örtlichen Handels- und Gewerbeverein zu sprechen, widerspricht Höfinger negativen Tendenzen. Es gäbe keine rückläufige Entwicklung beim örtlichen Handels- und Gewerbeverein. Das gilt aber nicht für alle Vereine, denn landauf und landab werden aktive Mitglieder immer weniger. Man benötigt Vorkämpfer und Vordenker, die Administration müssen andere erledigen. „Für Holzgerlingen sehe ich nicht schwarz”. Sein Konzept: Man müsse das Große und Ganze im Blick behalten und Strukturen aus mehreren kleinen und schlagkräftigen Einheiten schaffen. „Für andere Aufgaben, die dann nicht mehr so zeitintensiv sind findet man immer Helfer”, so Höfinger. Aktuell beschäftigt ihn das Holzgerlinger Mobilitätskonzept. „Hier organisiere ich regelmäßig Pedelecs-Fahrsicherheitstrainings zusammen mit der Verkehrswacht.

von Links: Kickers-Präsident Rainer Lorz und Heinz Höfinger

Für Hobbies bleibt dem Ex-Unternehmer immer noch genügend Zeit. „Ich spiele Tennis, fahre Ski und interessiere mich für nahezu alle Sportarten”. Dabei bleibt ihm und seiner Frau immer noch genügend Zeit, die Ernte seiner vieljährigen Arbeit einzufahren und die Sonne Spaniens im eigenen Haus zu genießen. „Auch das sind wundervolle Momente, die wir gemeinsam erleben”.
Betrachtet man den ruhigen und ausgeglichenen Heinz Höfinger, wie er entspannt in seinem gemütlichen Wohnzimmer sitzt, versteht man auch seinen Antrieb. Freude über das was man tut.


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