Kevin Stribick sammelt derzeit als Meister wichtige Erfahrungen.

StribickKevin2020Seine Eltern wären mit so ziemlich allen seinen Berufswünschen einverstanden gewesen, erzählt Kevin Stribick (Bild mwa), nur die Ausbildung im eigenen Betrieb hätten sie ausgeschlossen. „Es ist auf jeden Fall gut, an anderer Stelle gearbeitet und etwas anderes gesehen zu haben“, bekräftigt Kevin Stribick seine Entscheidung. In der Firma seines Vaters wird er noch lange sein: Perspektivisch will er sie übernehmen. „Ich freue mich darauf. Das darf aber gerne noch eine Weile dauern. Vorher muss ich noch viel lernen“, gibt sich der 25-Jährige selbstkritisch.

Im Februar 2020 ist er in die Heizungsbau-Firma seines Vaters Klaus Stribick eingestiegen und arbeitet aktuell in allen Bereichen mit – ob auf der Baustelle, im Kundendienst oder im Büro. Denn Berufserfahrung sei das Wichtigste, findet der Holzgerlinger, und das gehe eben nicht anders als über die Zeit. Denn weder seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik noch das anschließende Jahr Meisterschule reichten aus seiner Sicht aus, um alles Notwendige zu lernen.

 

Statt Polizist jetzt Heizungsbauer

Eigentlich wollte Kevin Stribick Polizist werden. Oder Architekt. Oder Goldschmied. Doch dem vielseitig interessierten Schüler war früh klar, dass er nicht studieren wollte – weil zu theoretisch –, sondern stattdessen viel lieber gleich arbeiten und in die Praxis eintauchen. Warum sich viele seiner Generation gegen einen Beruf im Handwerk entschieden, kann der 25-Jährige nicht recht nachvollziehen. Denn er schätzt daran nicht nur die Abwechslung, sondern auch die Zukunftsperspektive. „Es ist eine sichere Branche. Heizen wollen die Leute immer. Und wie man seit Neuestem merkt, ist es auch krisensicher“, erläutert Stribick pragmatisch.

Heimatverbunden und Hobby-Angler

Bedenken hat er nur hinsichtlich des Fachkräftemangels. Hierfür eine Lösung zu finden, hält er für schwierig: „Man müsste die Preise anheben, um mit dem Lohnniveau größerer Unternehmen mithalten zu können. Und das müssten die Leute erstmal zahlen.“ Die größte Chance, Nachwuchs für die Branche zu gewinnen, liegt in der Familientradition. Ehrgeiz und Antrieb habe er vor allem bei jenen Mitschülern festgestellt, die ebenfalls eine Familie mit eigenem Betrieb zu Hause hätten: „Die Motivation in der Meisterschule war eine ganz andere als in der Berufsschule.“ Doch ein Selbstläufer ist das noch lange nicht. Seine jüngere Schwester etwa studiert fernab der Heimat in Wien.

Kevin Stribick dagegen ist mit Holzgerlingen verbunden und will auch gar nicht weg. Hier trainiert der Hobby-Ringer beim KSV Holzgerlingen und verbringt gerne Zeit an der Fischerhütte des Vereinssees, denn Stribicks größtes Freizeitvergnügen ist das Angeln, für das er seit einigen Jahren dem Fischereiverein Weil angehört.

ZUR PERSON

Abitur an der Sindelfinger Gottlieb-Daimler-Schule. Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Meister-Ausbildung an der Robert-Mayer-Schule in Stuttgart.

1964 gründete sein Großvater Johann den Sanitär- und Flaschnerei-Betrieb. Seit 2013 existiert die Klaus Stribick Heizungsbau GmbH, die berufliche Heimat von Kevin Stribick.


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