SOL2018

 

Konkrete Erweiterungsanfragen von heimischen Firmen werden bevorzugt

Rena Weiss Ein gemeinsames Gewerbegebiet bietet Konfliktpotenzial. Für die Kommunen Holzgerlingen und Weil im Schönbuch jedoch ist ihr Zweckverband Sol ein Gewinn – nicht nur finanziell.

Unsere Redakteurin Rena Weiss im Gespräch mit Wolfgang Lahl, Bürgermeister von Weil im Schönbuch

 

„Als der Zweckverband Gewerbepark Sol gegründet wurde, war das Ziel Arbeitsplätze zu schaffen“, sagt der Weiler Bürgermeister Wolfgang Lahl. Mittlerweile haben sich rund 100 Firmen unterschiedlichster Branchen auf rund 40 Hektar angesiedelt. Ein Branchenmix sei beiden Kommunen wichtig, denn so, sagt Lahl, sei man auch gegen Krisen gewappnet.

Doch der Platz im Gewerbepark neigt sich dem Ende zu: „Wir haben nur noch kleine Entwicklungsmöglichkeiten nördlich und südlich“, erklärt Lahl, „hier haben wir versucht wirklich jede Ecke rauszukratzen“. Derzeit gibt es zwei Planungsverfahren im Norden und im Süden, die den Verband die nächsten Jahre beschäftigen werden. In beiden Fällen gibt es jedoch bereits konkrete Anfragen von Firmen, die schon im Park ansässig sind und sich hier erweitern wollen. Denn darin, so Lahl, liegt das Hauptaugenmerk des Zweckverbands.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

BM Lahl 2018WappenWiSHolzgerlingerWappenDer Zweckverband entstand, weil ein großes Gebiet zur Verfügung stand, das für beide Kommunen alleine wirtschaftlich nur schwer zu stemmen war, sagt Lahl. Zwar liegt zwei Drittel der Fläche des gesamten Gewerbegebiets auf Gemarkung Weil im Schönbuch, doch erhalten beide Kommunen jeweils 50 Prozent der Einnahmen. Ein Konfliktpotenzial sei dies allerdings nicht, das erklären beide Kommunen. „Wir wollen das nicht aufrechnen. Wir erreichen hier, dass wir zwei Partner haben, die auf Augenhöhe sind“, betont Lahl.

SOLFraschMozerEin Grund für diese Verteilung sei auch, dass das gesamte Gebiet über Straßen, Wege, Kanäle und Leitungen aus Holzgerlingen erschlossen ist, die bereits in der Max-Eyth-Straße, die zentrale Zugangsstraße, vorhanden waren. Diese Straße und die Versorgungssysteme muss die Stadt Holzgerlingen als Ausgleich für die Flächenverteilung alleine unterhalten. „Insofern ist die Verteilung 50:50 sehr gerecht und es gab deshalb nie Diskussionen“, sagt Wilfried Dölker, ehemaliger Holzgerlinger SOLGeopark1MaurerOttoBürgermeister, „diese Regelung sichert klar, dass keiner der beiden Partner den anderen dominieren kann. Ich sehe dies als großen Vorteil“. „Unsere Entwicklung als Gemeinde hätten wir ohne den Gewerbepark Sol nicht hinbekommen“, fügt Lahl hinzu.Ein Gewerbegebiet heißt automatisch auch hohes Verkehrsaufkommen. Der Park Sol ist ausschließlich durch die auf der Holzgerlinger Gemarkung liegende Max-Eyth-Straße zugänglich. Doch zu einem SOLHermesKonflikt führte das nicht, erklären beide Bürgermeister. Denn mit dieser Erschließung wurde ein zentraler Verkehrsanschluss gewährleistet, der insbesondere nach dem Ausbau der B464 gesichert werden konnte, sagt Dölker. Sein Kollege Lahl führt hinzu: „Es ist natürlich relativ viel los, aber da bin ich froh drum“, denn kein Verkehr, bedeute ein Scheitern des Gewerbegebiets. Zudem gehe der Hauptverkehr über die Autobahn.

Mit kreativen Lösungen gegen Parkraummangel

Ein Problem, dass allerdings noch zu lösen sei, ist die Parkplatzsituation. Der Zweckverband sei derzeit in Gesprächen ein SOLMaurer VW WerkstätteParkhaus zu bauen. Zusätzlich setzen Holzgerlingen und Weil im Schönbuch auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Überdachte Fahrradständer, sogenannte Jobtickets und auch der Ausbau der Schönbuchbahn, „die hoffentlich im Dezember fertig ist“, seien Versuche des Verbands, die Firmen für den ÖPNV zu begeistern, sagt Lahl. „Es könnte allerdings mehr ÖPNV genutzt werden“, fügt er hinzu.

Wolfgang Lahl ist sich sicher, dass das Gewerbegebiet auch hier nicht stillstehen wird und das Problem gemeistert wird, wie es damals auch beim Breitbandausbau geschah. „Hier gab es im Sol ein paar SOLMEWA1Schwierigkeiten, doch mittlerweile sind die Betriebe ganz gut versorgt“, erklärt Lahl und versichert, dass der Verband weiter am Ball bleibe.

Hintergrund: Der Gewerbepark Sol und der zugehörige Zweckverband wurden am 16. September 1995 ins Leben gerufen. Damals war er einer der ersten interkommunalen Gewerbeparks in Baden-Württemberg. Rund 3500 Arbeitsplätze gibt es mittlerweile im Gewerbepark Sol und dem angrenzenden Gewerbegebiet Buch (Gemarkung Holzgerlingen).

Der Vorsitz des Zweckverbands wechselt im dreijährigen Turnus. Zwar SOLMEWA2seien die Interessensvertreter nicht immer einer Meinung, doch richtige Konflikte gab es nie, sagt Weiler Bürgermeister Wolfgang Lahl und auch sein ehemaliger Kollege aus Holzgerlingen stimmt ihm zu.

Rund 21 Millionen DM mussten die beiden Kommunen bei der Erschließung vorfinanzieren. Ein zinsverbilligtes Darlehen der Landeskreditbank über drei Millionen DM reduzierte die SOLMEWA4Finanzierungslast. Mittlerweile sind die Kosten für die Herstellung des Gewerbeparks vollständig getilgt. Der Zweckverband ist zudem schuldenfrei. 2017 brachte Sol beiden Gemeinden rund 3,2 Millionen Euro Realsteuereinnahmen ein.

Wer sich im Gewerbepark niederlassen will, muss sich beim Zweckverband vorstellen und verschiedene Kriterien erfüllen. Die Branche sei wichtig, um einen Mix zu gewährleisten. Dem Vorwurf maschinenbauabhängig zu sein, entgegnet Lahl: „Das ist nun Mal auch unsere Stärke, doch wir sind nicht exklusiv Zulieferer der Autobranche“. Auch Logistiker sind hier willkommen, doch der Zweckverband entstand eben auch, um neue Arbeitsplätze zu sichern. „Wenn eine Firma nun rund zehn Hektar bebauen will, aber dann nur zehn Arbeitsplätze entstehen, ist das für uns nicht interessant“, sagt der Weiler Bürgermeister. Zudem verkauft der Zweckverband mittlerweile nur mit einem Bauzwang. Damit soll gewährleistet werden, dass die Flächen nicht brachliegen.


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