Hauptversammlung 2018: Bei den ufh-Frauen folgte Anette Lorenz für Anita Stähle

 

UfH Frauen

 

ufh LogoSie sind Ehefrauen, Lebensgefährtinnen, Mütter, Töchter und Schwiegertöchter von selbstständigen Handwerkern oder selbst Geschäftsführer eigener Handwerksbetriebe – die Unternehmerfrauen im Handwerk Böblingen-Leonberg. Seit Ende Januar haben sie eine neue Vorsitzende: Anette Lorenz aus Schönaich.

Mehr Mitspracherecht in allen Belangen des Handwerks, das ist eines der Ziele der Unternehmerfrauen (Ufh). Bei einem Frauenanteil im Handwerk von 32,1 Prozent, laut einer Studie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen aus dem Jahr 2015, ist dieses Ziel auch berechtigt. „Doch meist kommen die mitarbeitenden Frauen aus ganz anderen beruflichen Bereichen“, erklärt Anette Lorenz. Bei den Ufh gibt es gelernte Arzthelferinnen, Verwaltungsangestellte, Bäckerinnen oder auch Frauen aus ganz anderen Berufen, die durch Heirat oder als Kinder in die Branche gekommen sind. „Viele von uns sind Quereinsteigerinnen, jedoch alle mit den gleichen neuen Herausforderungen“, sagt Lorenz.

Auch deswegen haben sich die Ufh gegründet: „Wir profitieren als Einzelne von dem Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten“, erklärt die Erste Vorsitzende. Ein weiteres Standbein ist die Fortbildung der rund 80 Mitglieder. 2017 boten die Ufh Seminare unter anderem zu den Themen Steuer, Briefstil, Gesundheitswesen, Persönlichkeitsentwicklung und Datensicherung. „Diese Schulungen und Seminare sind speziell auf unsere Belange im Handwerksbüro zugeschnitten“, sagt Lorenz. Der Höhepunkt des Jahres war jedoch das 30-jährige Jubiläum, das die Unternehmerfrauen mit einem Festabend gefeiert haben.

AnitaStähleEhrung

 

Für die Arbeit als Vorsitzende bedankte sich Andrea Mast (im Bild links stehend) mit Geschenk und Blumen bei Anita Stähle (rechts stehend).

 

Rund die Hälfte dieser Zeit ist Lorenz Mitglied der Ufh. In deren Jahreshauptversammlung am 31. Januar wurde Anette Lorenz, bislang Schriftführerin, zur Ersten Vorsitzenden gewählt. „Ich freue mich, denn mein Herz schlägt für die Ufh“, mit diesen Worten bedankte sich Lorenz für das in sie gesetzte Vertrauen.

Nach einer Fortbildung zur Büroleiterin bei der Handwerkskammer Stuttgart wurde Lorenz auf die Unternehmerfrauen aufmerksam. Seit 20 Jahren arbeitet Lorenz mit ihrem Mann Thomas im gleichnamigen Kaminbau-Betrieb in Böblingen. „Da 'Frau' sich meist alleine in einem Handwerksbüro mit den alltäglichen Anforderungen, Fragen und Kunden auseinandersetzen muss, fand ich viel Unterstützung im Kreise Gleigesinnter – nämlich den Unternehmerfrauen im Handwerk“, begründet Lorenz ihren damaligen Eintritt in den Verein.

Die Mutter zweier Kinder möchte die erfolgreiche Vereinsarbeit ihrer Vorgängerin Anita Stähle und dem Vorstandsteam weiterführen, sagt sie dem Pluspunkte Magazin. „In unserem Kreis gibt es kein Hierarchie-Denken – wir ziehen alle an einem Strang“ und das nicht nur innerhalb des Vereins, sagt Lorenz. Zweimal jährlich treffen sich die Ufh mit dem Handwerkspräsidenten der Handwerkskammer Stuttgart, um die Anliegen, Nöte und Wahrnehmungen der Frauen in Handwerksbetrieben weiterzugeben. Zusätzlich sind die Ufh durch ihren Landesverband und deren Präsidentin in der Landespolitik vertreten – auch auf Bundesebene. „So sind wir auch ein Sprachrohr für alle Unternehmerfrauen“, betont Anette Lorenz.

Um das auch im Kreis Böblingen-Leonberg zu bewerkstelligen, wollen die Unternehmerfrauen ihre Satzung ändern und haben Ende Januar einen Antrag dazu gestellt. Bislang durften nur selbstständige Handwerksunternehmerinnen oder in einem Handwerksunternehmen mitarbeitende Ehefrauen Mitglied sein. Das Handwerk soll weiterhin der Schwerpunkt der Unternehmerfrauen sein, „doch wir wollen den Kreis der Interessentinnen erweitern. Das ist zeitgemäßer“, erklärt Lorenz. Wenn das Amtsgericht der Satzungsänderung zustimmt, dürfen dann auch Frauen dem Verein beitreten aus handwerksähnlichen Betrieben sowie Frauen, die der Branche nahestehen.

UfHAnetteLorenzNeu- und Wiederwahlen: In der Jahreshauptversammlung der Ufh wurde nicht nur Anette Lorenz (im Bild links) zur Ersten Vorsitzenden einstimmig mit einer Enthaltung gewählt. Ihre Vorgängerin Anita Stähle (rechts) wurde aus ihrem Amt entlassen. Sie bleibt dem Verein jedoch als Beirätin erhalten und ersetzt damit die vakante Stelle Annete Rüths. Rüth gab ihr Amt auf. Lorenz' ehemaliges Amt der Schriftführerin gab sie an Melanie Frey ab, die bislang Beirätin war. Frey wurde einstimmig gewählt. Irene Sautter wurde in ihrem Amt als Pressewartin bestätigt, so auch Sandra Nüßle, Beirätin und Internetbeauftragte.

Eine Beisitzerstelle bleibt jedoch vakant, da sich keine Kandidatin finden ließ. „Ich weiß wir haben viel zu tun, aber es ist wichtig, dass sich jeder ein bisschen einbringt“, appellierte Stähle an ihre Kolleginnen. Doch am Versammlungsabend fand sich niemand und die Unternehmerfrauen verschoben es auf die nächste Sitzung. Doch die Unternehmerfrauen sind guter Dinge auch für dieses Amt die passende Kandidatin zu finden.

Allerdings wurden am Versammlungsabend auch kritische Töne geäußert. Beispielsweise bei den Mitgliederzahlen, die sich leicht verändert haben. Anfang 2017 waren es noch 81 Mitglieder. Durch acht Kündigungen und drei Neuzugängen schrumpfte die Zahl auf 76. „Es wird für uns im Handwerk nicht einfacher“, sagte die ehemalige Erste Vorsitzende Anita Stähle. Doch sie betonte auch: „Wir sind Unternehmerfrauen, wir sind Frauen der Tat.“


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