„Oaner aus´m Flecka will´s wissa“

 Klausner im Gespräch

 

Achim Klausner ist Bürgermeisterkandidat für den Chefsessel im Holzgerlinger Rathaus. Der Holzgerlinger ist 1975 geboren und seit 14 Jahren mit Susanne verheiratet. Gemeinsam haben sie vier Kinder im Alter von vier bis elf Jahren. Klausner ist parteilos und evangelisch. „Ich bin noch jung und bereit mich dieser neuen Herausforderung zu stellen. Die Ausbildung zum Förster ist breit angelegt, auch mit viel Verwaltungswissen. Es ist der Mix aus Berufserfahrung, vieljähriger Erfahrungen im politischen Ehrenamt und gesammelter Lebenserfahrung“, so sieht Achim Klausner seine Qualifizierung für das Bürgermeisteramt. Der Kandidat hat sich weiteren nicht ganz einfachen Fragen des PPMagazins gestellt. Darüber hinaus verweist Klausner auf seinen Flyer und die Homepage www.achim-klausner.de, die weitere Informationen über den Kandidaten liefern.

KlausnerPortraitPPMagazin: Wenn wir mal Ihre bisherigen beruflichen Ziele und die Ergebnisse Ihrer Arbeit für den Wald, die Umwelt und die Forstwirtschaft ausblenden, welchen gesellschaftlichen Zielen in unserer Stadt fühlen sich besonders verpflichtet und wie würden Sie Arbeit vieler „Ehrenamtlichen“ in den Vereinen unterstützen?

Achim Klausner: Holzgerlingen ist eine lebenswerte Stadt mit tollen Voraussetzungen. Schauen Sie nur, was für tolle Vereine, kirchliche Gruppen, engagierte Feuerwehr und, und, und haben. Diese Gemeinschaft in Holzgerlingen weiter zu fördern, ist mir ein zentrales Anliegen. Das umfasst alle Altersgruppen von Kleinkindern bis Senioren, von Singles bis Familien. Denn diese Vielfalt bereichert Gemeinschaft. Jede Gruppe hat spezielle Wünsche und Bedürfnisse. Diese Wünsche werde ich sammeln, aufnehmen und zusammen mit Verwaltung und Gemeinderat auf Umsetzbarkeit prüfen. Generationenübergreifende Projekte finde ich grundsätzlich gut. Sie müssen aber bereits in der Planung eine breite Akzeptanz haben.

Wir haben ein starkes Ehrenamt und engagierte Bürgerinnen und Bürger in Holzgerlingen. Dieses Engagement werde ich weiter fördern – finanziell, über Auszeichnungen und Ehrungen sowie meine Präsenz. Ich setze mich deshalb auch dafür ein, dass das Ehrenamt im Rathaus noch mehr Unterstützung bekommt, indem es neben meiner Person einen weiteren festen Ansprechpartner geben wird. Denn alle diese Menschen im Ehrenamt sind für mich Helden des Alltags.

PPMagazin: Die Nahversorgungsangebote für die Bevölkerung nehmen stetig ab. Hier ist Holzgerlingen kein Einzelfall. Stichworte: Kaufkraftabfluss ins Internet und Einkaufserlebnisse in den Großstädten. Wo sehen Sie Möglichkeiten unseren Betreibern von Handels- und Dienstleistungsgeschäften Perspektiven zu geben und bei den Einwohnern einen Prozess des Umdenkens zu begleiten?

KlausnerBurg2Klausner: Richtig, das Internet und Einkaufszentren saugen Kaufkraft ab. Das ist ein bundesweites Phänomen. Richtig ist aber auch, dass wir im Gegensatz zu anderen Orten ein vitales Angebot haben. Der Discounter LIDL, ein Magnet für die ganze Region, hat erst vor wenigen Tagen Wiedereröffnung gefeiert, und kräftig in Holzgerlingen investiert. Und zum Beispiel mit REWE und auch CAP haben wir weitere gute Angebote. Und ich denke an unsere beiden Bäckereien Binder und Wanner, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Grundsätzlich ist jeder Einzelne gefragt, wenn es darum geht, wo kaufe ich ein. Als Stadt gibt es die Möglichkeit, durch spezielle Aktionen wie zum Beispiel „Einkaufen bis um 22 Uhr oder Mitternacht“ und sogenannte Events Menschen nach Holzgerlingen zu ziehen. Das sind Einzelmaßnahmen, die gut und kurzfristig wirken. Für eine langfristige Perspektive kann die Stadt dafür ein positives Umfeld schaffen, dass die Menschen gerne hier einkaufen. Zum Beispiel durch längeres kostenloses Parken. Auch das Holzgerlinger Punktekärtle, eigeninitiativ angeschoben von Handel und Gewerbe, ist eine tolle Idee und sehr erfolgreich.

Das ist persönlicher Einsatz. So freut es mich auch besonders, dass sich der Drogeriemarkt durch meine damalige Initiative im Gemeinderat hier am Holzgerlinger Bahnhof angesiedelt hat. Ich habe den Eindruck, dass viele aus Holzgerlingen dort einkaufen, aber auch viele Menschen aus der Region nach Holzgerlingen kommen. Für mich und andere ist Holzgerlingen auch deshalb das Tor zum Schönbuch.

PPMagazin: Mit welchen Maßnahmen könnte der Wochenmarkt belebt werden?

KlausnerGymnasiumAchim Klausner: Sicher geht es Ihnen auch so wie mir: Der Wochenmarkt ist eine Institution, die zu Holzgerlingen gehört wie Eule und Krabb. Deshalb mache ich mich für einen „Markt der Begegnung“ stark. Da fallen mir ganz viele Dinge ein. Nur ein paar Beispiele: Der Wochenmarkt kann noch viel stärker eine Bühne für diverse Vereine werden. Ich denke beispielsweise an die Musikvereine und (Kirchen-)Chöre. Wir haben auch so viele musikalische Nachwuchstalente in der Stadt. Da wäre der Markttag am Freitagnachmittag eine tolle Bühne. Man könnte auch beispielsweise zweimal im Jahr die Böblinger Straße um den Markplatz sperren. Auf der vergrößerten Marktfläche könnten Schulen und Vereine Verkaufsstände organisieren. Man begegnet sich und kann neben dem Einkaufen noch ein „kleines Schwätzle“ halten. Denkbar sind auch öffentliche Lesungen für Nachwuchsschriftsteller in Kooperation mit der Stadtbibliothek und Schulen in Holzgerlingen. Dafür übernähme ich gerne die Patenschaft.

Auch kulinarisch könnte ich mir noch einiges vorstellen: Dann endet der Wochenmarkt nicht um 18 Uhr, sondern wird um einen Grillabend verlängert oder andere kulinarische Angebote. Hier ist natürlich insbesondere die Gastronomie gefragt – und die Stadt kann so etwas dann flankieren. Sie können sich sicher sein, auch ich werde mir dann die Grillschürze anziehen und mithelfen. Leider reicht der Platz an dieser Stelle nicht aus. Deshalb nur ein letzter Gedanke: Gemeinschaft lässt sich auch leben und den Wochenmarkt beleben, wenn wir regelmäßig Wettbewerbe ausloben. Zum Beispiel: Wer backt den besten Apfelkuchen in Holzgerlingen? Mit Äpfeln aus der Region (Streuobstwiese).

PPMagazin: Teilweise beobachtet man in der Innenstadt haarsträubende Situationen beim Parken. Fahrzeuge werden auf Gehwegen, in Kreuzungsbereichen und zu nahe an Fußgängerüberwegen abgestellt. Hauptsache „kein Schritt zu viel“ zum Bankomat oder Ladengeschäft. Die Rücksichtslosen scheinen sich durchzusetzen und geben schlechte Beispiele für junge Verkehrsteilnehmer ab. Was könnte die Stadt dagegen tun?

KlausnerFamilyAchim Klausner: Wir alle wollen keine Verkehrsrowdys in Holzgerlingen haben. Es geht um das Wohl unserer Gemeinschaft – vom Kind bis zum Senior. Glücklicherweise sind die beschriebenen Fälle Ausnahmen. 95 Prozent der Verkehrsteilnehmer verhalten sich korrekt, viele sogar sehr zuvorkommend. Doch auch diese Einzelfälle können zu gefährlichen Situationen führen. Meine vier Kinder haben das selbst schon erfahren. Ich würde mich über einen neuen Mut in der Bevölkerung freuen: Sprechen Sie rücksichtslose Verkehrsteilnehmer sachlich auf Ihr vergehen hin an. Wenn wir hier gemeinsam agieren, wird sich das schnell rumsprechen. Zu Letzt gibt es noch die Paragraphen. Eines ist ganz klar: Wer sich nicht an Regeln hält, muss auch eine mögliche finanzielle Konsequenz ertragen.Ich plädiere bei allem für Augenmaß und gegenseitige Rücksichtnahme – nicht nur im Verkehr. Ein Lächeln und ein freundliches Wort sind doch herzerfrischend. Und wir kommen alle besser durch den Alltag.Herr Klausner, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Das Gespräch für das PPMagazin führte unser Redakteur Manfred Wanner

Mit den Bürgern im Gespräch und zu diesen Terminen auf Tour:

Freitag  17.11. 14 Uhr Infostand, Wochenmarkt Holzgerlingen
Montag 20.11. Bürgergespräch, Burg Kalteneck
Sonntag 26.11. Abendlichter, Waldspaziergang (Parkplatz Waldfriedhof)
Freitag 01.12. 14 Uhr Infostand, Wochenmarkt Holzgerlingen
Samstag 02.12. 20 Uhr Bürgergespräch, Ludlenbad KFV Kalteneck

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