Heiße Kuchen, frische Brote und gesellige Gemütlichkeit stehen auf der Tagesordnung

GartenfreundeHihsnVon Claudia Bauernfeind. Der Duft von Zwiebelkuchen und frischem Holzofenbrot umgibt einmal jährlich den Dorfkern von Hildrizhausen. Immer am letzten Wochenende im Juni, wenn im Backhaus die Öfen angeheizt und unermüdlich Teig geknetet, Zwiebeln geschält und Brote geformt werden. Seit 41 Jahren bereits veranstalten die Gartenfreunde Hildrizhausen ihre traditionelle Backhaus-Hocketse.

 

 

BackofenGroßBewaffnet mit Tischen und Bänken rücken die Gartenfreunde am 24. Juni 2017 wieder an und verwandeln die ruhige Gasse am Backhäusle für einen Tag in ein geselliges Hocken bei Zwiebelkuchen und Wein. Längst schon wissen nicht nur die örtlichen Bewohner die duftenden und ofenfrischen Backwaren zu schätzen, sondern auch die Genießer-Freunde aus den umliegenden Nachbargemeinden.

 

 

 

 

 

 

 HandharmonikaDamit am Festsamstag für den ersten Ansturm beim Straßenverkauf von 11.00 bis 12.30 Uhr alles gut vorbereitet ist, wird schon ab Donnerstag fleißig ans Werk gegangen. Schließlich wollen etwa 250 Kraut- und Zwiebelkuchen sowie bis zu 150 Holzofenbrote gebacken werden. Dafür muss sich die 50-köpfige Mannschaft ganz schön ins Zeug legen und die beiden Holzöfen müssen auf die optimale Backtemperatur gebracht werden. Ohne den erfahrenen Heizer geht da gar nichts, denn die Öfen im Gemeinde-Backhaus werden tatsächlich mit Holz befeuert. Bis zur Sanierung und dem Austausch der Öfen vor fünf Jahren wurde als Brennmaterial noch Reisig verwendet. Diesen mussten die Gartenfreunde im Vorfeld im Wald sammeln, um dann im Juni anständig einheizen zu können. Diese mühselige Arbeit entfällt seither, da die neuen Backöfen mit Brennholz bestückt werden. PublikumHihsnUnd Dank der freundlichen Gemeinde, die das passende Material zur Verfügung stellt. An der Backqualität hat sich zu früher allerdings nichts geändert. Einzig positiver Effekt: die durch die Verbrennung von Reisig bedingte Rauchentwicklung hat sich zum Wohle der Dorfbewohner stark reduziert.

 

 

 

Zum offiziellen Hocken bei frischem Kuchen und Wein wird ab 14.00 Uhr eingeladen. Dann wird es rund um das, 1704 erstmals erwähnte und 1949 nach einem verheerenden Brand auf den Grundmauern neu aufgebaute, Gemeinde-Backhaus so richtig gemütlich. Etwa 30 Gartenfreunde und 20 weitere Helfer sorgen für das Wohlergehen der Gäste. Die kulinarische Palette wird abgerundet mit klassischem Grillgut, Pommes, Bier vom Fass sowie antialkoholischen Getränken. Auch im 41. Jahr lässt sich dann bei bester Stimmung und optimaler Versorgung im idyllischen Backhausgässle ein gelungener Samstag verbringen.

 

BackofenEine aus dem Ortgeschehen nicht mehr wegzudenkende Veranstaltung:

Begonnen hatte alles im Jahr 1977, als die Frauengruppe des Vereins – was für damalige Zeiten noch sehr ungewöhnlich war – das Backhausfeschtle ins Leben rief. Mit dieser genialen Idee unterstrichen sie einmal mehr ihre Daseinsberechtigung unter den knapp 80 Mitgliedern. Gleich im ersten Veranstaltungsjahr war der Erlös so überwältigend, dass der Verein mit dem „vielen Geld“ nicht wusste wohin. Somit haben die Gartenfreunde auch ihren Anteil an der Nikomedeskirche zu Hildrizhausen. Denn der Hahn hoch oben auf dem Turm wurde vom Vereinserlös bezahlt. Natürlich kam auch die Gemeinde nicht zu kurz und bekam zum Ausgleich eine Ruhebank vor der Schönbuchhalle gespendet.

 

BackhhausHihsnDie damals 25 Frauen hatten den Sachverstand ein gemütliches Beisammensein zu zaubern, welches sich bis heute größter Beliebtheit erfreut und aus dem Veranstaltungskalender der Gemeinde nicht mehr wegzudenken ist. Nach einigen Jahren Backhausgasse zog der Verein es jedoch vor auf den Dorfplatz zu ziehen und die vielen Besucher im Festzelt mit frischem Brot sowie Kraut- und Zwiebelkuchen zu beglücken. 2014 kamen die Gartenfreunde allerdings wieder zu den Ursprüngen zurück und veranstalten die Hocketse seither wieder im Backhausgässle. Genau dort, wo es schließlich hingehört und auch endlich wieder seinem Namen voll gerecht wird.

Zwiebelkuchen Was sich jedoch nie geändert hat in den vielen Jahren, sind der Fleiß und die Mühe, die jährlich aufgewendet werden, um alle Gäste zufrieden zu stellen. Zum Dank an die etwa 20 freiwilligen Hilfen außerhalb des Vereins für ihren unermüdlichen Einsatz laden die Gartenfreunde jährlich im Sommer zu einem geselligen Tagesausflug ein. Danach wird dann gleich wieder geplant, eingekauft und vorbereitet, denn im September steht der Tag der offenen Tür in der Kleingartenanlage Steinhau an. Seit dem Bestehen der Anlage mit ihren 18 Parzellen 1984 wird auch dieser Tag jährlich gefeiert und gehört wie das Backhausfest zur festen Institution in der Schönbuchgemeinde Hildrizhausen.

 

 

 

 


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