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„Jugend-Kooperationen mit Altdorf sind ein Anfang“

 

HelmutHörmannPPM: Wie kam es, dass eine so absehbar wichtige Versammlung der Fußballabteilung nicht im Beisein des mit Detailwissen ausgestatteten Gesamtvereinsvorsitzenden stattgefunden hat? Der Verlauf der Versammlung war dadurch ja geradezu vorprogrammiert.

Helmut Hörmann: Im Nachhinein ist man oftmals gescheiter. So auch in diesem Fall und da schließe ich mich mit ein. Beide Vereinstermine an einem Tag waren nicht glücklich. Nur der Termin von unserer AH, dessen Leiter und mir, stand schon seit dem Oktober fest und konnte nicht mehr verlegt werden.Zudem standen meine beiden Vorstandskollegen bereit, der Versammlung beizuwohnen.

 

PPM: Ist der Vereinsvorstand satzungskonform von der Fußballabteilung eingeladen worden und war bekannt, dass die Abteilung keinen geprüften Kassenbericht vorlegen konnte?
Helmut Hörmann: Die Satzung beantwortet den ersten Teil der Frage nicht eindeutig. Fest steht, dass ich durch das Örtliche Mitteilungsblatt über den Versammlungstermin informiert worden bin. Ich wollte im Vorfeld zur Abwendung der Versammlung nicht eingreifen. Ein bei mir eingegangenes Mail der Fußballabteilung wollte vom Vorstand wissen, ob zum Thema Neuwahlen personelle Vorschläge vorhanden seien. Kein Wort aber über den fehlenden Kassenbericht. Im Gegenzug hat der Vorstand die Fußball-Abteilung darüber informiert, dass ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer einen Bericht über eventuelle Unregelmäßigkeiten geschickt hätte. Dieser ging auch an den Abteilungsleiter. Der Wirtschaftsprüfer wies darauf hin, dass eine Entlastung der Abteilungsleitung unter diesen Voraussetzungen nicht zu empfehlen ist. Dennoch wurde diese am Versammlungsabend von der Abteilungsleitung beantragt.

 

PPM: Wie würden Sie die Kommunikationsqualität zwischen Vorstand und Abteilungsleitung in der Notenskala von 1 bis 6 bezeichnen?
Helmut Hörmann: Ein klare fünf, nämlich mangelhaft.

 

PPM: Wo sehen Sie die größten Versäumnisse und Erfolge der Abteilung im Zeitraum von drei Wahlperioden?
Helmut Hörmann: Die Jugendarbeit ist hier dank engagierter Helfer sicher ein Pluspunkt, auch die Kooperation mit den Sportfreunden in Altdorf. Nach dem Abstieg 2011/12 aus der Landesliga war es ein Erfolg im darauf folgenden Jahr sofort wieder aufzusteigen. Sicher ein bemerkenswertes Ereignis, aber im Nachhinein ein Strohfeuer, denn die Mannschaft löste sich danach mehr oder weniger auf. Abstieg und jedes Jahr eine neue Mannschaft ließen Konzept und Kontinuität hinterfragen. Dadurch begannen auch die Spekulationen über Versäumnisse oder Fehlentscheidungen im Aktiven Bereich. Mangels Einblick kann ich dazu nichts Konkretes beitragen, zumal meine Äußerungen als Einflussnahme auf laufende Verfahren gesehen werden könnte.

 

PPM: Wo sehen Sie ihre Versäumnisse als Vereinsvorsitzender in der Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Abteilungsleiter?

Helmut Hörmann: Einem Vereinsvorsitzenden kann man offensichtlich immer und alles vorwerfen. Der Abteilungsleiter hat fast sechs Jahre die Abteilung nach seinem Fachwissen geführt. Ich konnte mich auch laut Satzung nicht in das Geschehen bei den Fußballern einmischen. Keine einfache Situation für mich. Bei allen TSV-Abteilungen, die ebenfalls eigenverantwortlich arbeiten, gab es andere Verhaltensmuster. Hier war der TSV-Vorstand immer aktuell informiert, dank vertrauensvoller Kommunikationswege.

 

SportheimAusschnittPPM: Wie kommen die Stimmen aus Ihrem Vereinsumfeld zustande, die Ihre öffentliche verbale Einflussnahme auf die Leitung der Abteilung kritisieren und auf der anderen Seite ließen Sie es zu, dass die „Abteilung an die Wand gefahren“ wird – so Ihr Originalton?
Helmut Hörmann: Es waren immer die jeweiligen Situationen und mein Bemühen die intern bestehenden Konflikte nicht an die Öffentlichkeit zu tragen. Dabei habe ich vornehmlich an die vielen ehrenamtlich tätigen Leute im Verein gedacht, vor denen ich großen Respekt habe. Meinem Unmut über die Ereignisse in der Fußballabteilung habe ich sicher auch mit Bemerkungen kundgetan, zum Beispiel ‚Passt auf, dass die Abteilung nicht an die Wand gefahren wird‘, dazu stehe ich. Ob und in welchem Ausmaß dies geschehen ist, wird sich noch zeigen. Bis jetzt ist die Fußballabteilung noch nicht an die Wand gefahren. Ein Auf- und Ab gibt es in jedem Verein.

 

PPM: Wo könnte sportlich und organisatorisch die Zukunft des „Hausemer Fußballs“ liegen: a) mittelfristig; b) längerfristig. Ich denke dabei 1. an die Kosten für die Betreuung und Ausbildung des Fußballernachwuchses, 2. Mobilisierung der Jugend und einer ausreichenden Anzahl von qualifizierten Übungsleitern und motivierter Betreuer. Könnte dabei das Erfolgsmodell der Handballer von der HSG Schönbuch nicht Pate stehen?

Helmut Hörmann: Jetzt müsste ich Hellseher sein. Bin ich aber nicht. Beschränke ich mich also auf meine Wünsche: Baldige Konsolidierung der Abteilung, vertrauensbildende Maßnahmen in Richtung Spieler, Sponsoren und Mitglieder. Auf dieser Plattform werden wir auch wieder eine gute Mannschaft zusammenstellen können.

Ein längerfristiges Ziel wäre, den Fußball für Jugendliche und die aktiven Spieler in Hildrizhausen wieder attraktiv zu machen. Die Kooperationen im Jugendbereich mit Altdorf sind ein Anfang.

Es wird sich zeigen, ob die Handballer auf der Schönbuchlichtung für uns ein Vorbild sein können. Zur Zeit scheint es sind die Handballer, jedenfalls für die Medien und Sponsoren interessant.

 

PPM: Sehen wir das richtig, dass der TSV sofort eine Führungsmannschaft für Fußball-Abteilung benötigt und in absehbarer Zeit auch einen TSV-Vorsitzenden?

Helmut Hörmann: Ja, denn der alte Abteilungsvorstand hat ohne Not früher als sonst üblich seine Arbeit beendet. Nicht abgewartet bis eventuelle Unregelmäßigkeiten geklärt sind und es somit jedem Nachfolger in dieser unklaren Situation unmöglich gemacht, einen nahtlosen Übergang zu schaffen. Das muss man verstehen und hier haben sich die bisherigen Macher der Abteilungsleitung nicht mit Ruhm bekleckert. Bemerkenswert auch, dass sich die gesamte Abteilungsleitung mit der inszenierten Rücktrittsankündigung instrumentalisieren ließ.

Ich möchte gerne diese Vereinskrise schnellstens beendet wissen und dabei mithelfen. Aber dann muss es auch, und wird es auch, für mich Schluss sein.

 

PS. Das Interview ist Ende Januar 2016 geführt worden.

 


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